Guten Morgen {{ Vorname | liebe Schwabacherinnen & Schwabacher }},
Du liest die Ausgabe des 31. Juli 2026 und ein wunderbares Wochenende liegt vor uns.
☀️ Außerdem wünschen wir allen Schülerinnen und Schülern unvergessliche Sommerferien und ihren Eltern viel Geduld.
🏗️ In der Geschichte der Woche blicken wir zudem auf 14 Jahre Amtszeit und die Veränderungen zurück, die im Laufe der Jahre auf unsere städtischen Ämter zukommen und zukamen.
Veranstaltungen & Unterhaltung
In dieser Rubrik findest du eine bunte Auswahl von Veranstaltungen in Schwabach in den kommenden Wochen.
Auf einen Blick - Am Wochenende
🤠 Für Southern Style – Noch nicht genug vom Bürgerfest? Dann kannst du jetzt den Bürgerfestfreitag im Musikerhof noch einmal live Revue passieren lassen. “Southern Comfort Zone” spielt am heutigen Freitag, 31. Juli, live im Stern.Garten. Das Beste: Der Eintritt ist frei. Gute Laune und hervorragende Musik gibt es von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr.
🍺 Für Limbach – In Limbach steht Ende Juli traditionell Kärwa auf dem Programm. Die Festtage laufen von Donnerstag, 30. Juli, bis Montag, 03. August. Zum Auftakt stieg bereits am gestrigen Donnerstag die Mallorca-Party mit DJ Dengy. Am Freitag heizen die Rothseemusikanten ab 20:00 Uhr ein. Der Stimmungsabend am Samstag wird ab 19:00 Uhr von Klostergold bestritten. Sonntag startet der Tag mit einem gemeinsamen Gottesdienst im Festzelt um 10:00 Uhr, bevor um 11:00 Uhr die Blasmusik loslegt. Um 20:00 Uhr gibt es dann die traditionelle große Verlosung. Am Montag startet der Kärwabetrieb um 15:00 Uhr, bevor um 19:00 Uhr “Bretterbodn” noch einmal das Zelt auseinandernimmt.
🍝 Für Pasta-Liebhaber – Bei „Vino al dente“ treffen hausgemachte Pasta und ausgewählte Weine aufeinander. Das Vier-Gänge-Menü findet am Freitag, 31. Juli, um 19:00 Uhr in der Schmiede statt. Der Preis beträgt 89 € pro Person, Tickets sind vorab erhältlich.
🌳 Für Naturspürnasen – Der BUND Naturschutz führt von der Alten Linde über die Brünst und den Eichwasen rund um den Truppenübungsplatz; unterwegs wird die geplante Trasse der Juraleitung erläutert. Die etwa acht Kilometer lange Tour beginnt am Freitag, 31. Juli, um 17:00 Uhr an der Alten Linde und endet gegen 19:00 Uhr am Hosa Gärtla, Auf der Reit 3. Anmeldung per E-Mail.
🏃🏃♀️ Für Sportliche – Sonderausgabe von READY STEADY am Samstag, 01. August. Los geht es wie immer um 10:00 Uhr am Café Fux. Danach geht es aber zum Trimm-Dich-Pfad, wo ein neues Gerät durch OB Peter Reiß eingeweiht wird. Nach einem kurzen Workout geht es zurück zum Fux. Wie immer ist der Treff offen für alle.
🎶 Für Nostalgiker – Mode Machine bringt Musik von Depeche Mode auf die Bühne des Burgersgartens, anschließend knüpft die Voice Revival Party an. Das Konzert beginnt am Samstag, 01. August, um 17:00 Uhr, Einlass ist ab 15:00 Uhr; die Party startet um 22:30 Uhr. Konzerttickets kosten 23 € im Vorverkauf und 26 € an der Abendkasse, Partytickets 10 € beziehungsweise 12 €; das Kombiticket kostet 30 € beziehungsweise 35 €.
💃 Für alle Ladies – Beim Only Women’s Day 2.0 stehen in der Tanzschule Bogner Workshops zu Zumba, Yoga, Burlesque, Bauchtanz, Bachata Lady Style und Bauch-Beine-Po sowie Informationen zu Gesundheit, Hautpflege, Persönlichkeitsentwicklung und Vorsorge auf dem Programm. Der Erlebnistag für Frauen findet am Samstag, 01. August, von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr statt. Tickets kosten 19 € und werden online verkauft.
🎾 Für Sportfreunde – Der Tennisclub Rot-Weiß feiert sein 125-jähriges Bestehen mit einem zweitägigen Festprogramm. Am Samstag, 01. August, gibt es ab 13:00 Uhr ein kostenloses Trainingsangebot, gefolgt von einem Showmatch um 17:00 Uhr und einem gemeinsamen Abendessen sowie Live-Musik von Project X ab 19:00 Uhr. Am Sonntag, 02. August, geht es dann mit einem Weißwurstfrühstück weiter, bevor Sven Bach um 11:00 Uhr den krönenden Abschluss bildet.
🔎 Für Stadtteilspürnasen – Bei einer Familienrallye der Bürgergemeinschaft führen Spielstationen und Mitmachaktionen durch Wolkersdorf. Sie findet am Sonntag, 02. August, von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr statt; die Verlosung für vollständig abgestempelte Rallyepässe beginnt um 15:30 Uhr. Start und Ziel sind am Bürger-Treff, Tuchergasse 1, wo auch Essen und Getränke angeboten werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist frei.
Auf einen Blick - Kommende Woche
🍺 Für Frühaufsteher – Beim Schoftlacher Traditionsfrühschoppen am Montag, 03. August, spielt ab 10:00 Uhr „Stefano“ aus Spalt im Döllinger. Dazu gibt es saure Zipfel, Weißwürste und ab 11:00 Uhr Mittagstisch. Warme Küche wird bis 14:00 Uhr angeboten. Der Eintritt ist frei. Um Hutspenden wird gebeten.
🏞️ Für kleine Entdecker – Die KinderKUndschafter gehen auch 2026 wieder auf Tour durch Schwabach. Während der Sommerferien verwandeln sich Spiel- und Bolzplätze in verschiedenen Stadtteilen in kleine Forschungsstationen. Die Aktionen richten sich an Kinder ab sechs Jahren und finden jeweils von 11:30 bis 17:30 Uhr statt. Dieses Jahr stehen folgende Locations auf dem Plan: Dienstag, 04. August, bis Donnerstag, 06. August am Spielplatz in der Joseph-Fensterer-Straße - Dienstag, 11. August, bis Donnerstag, 13. August, Königsbergstraße, Bolzplatz am Waldrand - Dienstag, 18. August, bis Donnerstag, 20. August, Hochgericht, Spielplatz Cellastraße - Dienstag, 25. August, bis Donnerstag, 27. August, Altstadt, Spielplatz Alte Linde. Das Abschlussfest steigt am Samstag, 29. August, von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Aurex.
🎸 Für Bluesverliebte – Die Annabar lädt am Mittwoch, 05. August, wieder zum „Blues Wednesday“ ein. Beginn ist um 18:00 Uhr. Auf dem Programm steht ein entspannter Konzertabend zwischen Barhocker und Bluesklassikern. Der Eintritt ist frei.
🎺 Für Klassiker – Beim Blasmusikabend im Döllinger spielt am Donnerstag, 06. August, ab 19:00 Uhr die Schwabacher Blasmusik. Der Eintritt ist frei; für die Musikerinnen und Musiker wird stattdessen eine Hutsammlung durchgeführt.
🌿 Für Büschelbinder – Beim Kneipp-Verein werden Marienkräuter erklärt und zu Kräuterbüscheln gebunden, anschließend stehen Kneippen und ein sommerliches Büfett auf dem Programm. Die Veranstaltung findet am Samstag, 08. August, von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr auf dem Kneipp-Gelände. Die Teilnahme kostet 20 € für Mitglieder und 25 € für Nichtmitglieder, maximal 20 Personen; Anmeldung über Katja Lerch auf nakaja.de, für das Büfett ist etwas Vegetarisches mitzubringen.
⚜️ Für Weltkulturerbe – Bei der Goldschlägernacht treffen Goldschlägervorführungen, Live-Vergoldungen, Straßenkunst, Musik und ein Kinderprogramm auf eine lange Einkaufsnacht. Als eines von Schwabachs großen Kulturellen Highlights findet sie nur alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr dreht sich am Samstag, 08. August, von 18:00 Uhr bis 00:30 Uhr in der Innenstadt und im Stadtmuseum alles um unser Weltkulturerbe. Das gesamte Programm findet sich hier.
Unser Partner der Woche:
Wartzack & Kollegen
Schwabacher Immobilienkompetenz seit 1997 - Der Verkauf oder Kauf einer Immobilie ist alles andere als eine alltägliche Angelegenheit. Umso wichtiger ist es daher, dass alles reibungslos abläuft und Sie letztlich mit einem positiven Gefühl Ihre Unterschrift unter den Vertrag setzen können. Wir von Wartzack & Kollegen begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg - mit dem notwendigen Fachwissen, aber auch mit jeder Menge Einfühlungsvermögen sowie mit Serviceleistungen, die individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Geschichte der Woche - Ein Amt im Wandel

Foto: Pressestelle Stadt Schwabach | Ricus Kerckhoff mit seinem Nachfolger Benjamin Novotny
Auf einem historischen Hochrad über eine frisch eingeweihte Hubbrücke zu fahren, gehört nicht zwingend zum Stellenprofil eines Stadtbaurats. Für Ricus Kerckhoff war es trotzdem die „legendärste Einweihung“ seiner Schwabacher Amtszeit. Das Bild passt: Stadtentwicklung verlangt Balance, Ausdauer und die Fähigkeit, Gegenwind auszuhalten.
14 Jahre lang leitete Kerckhoff das Schwabacher Referat für Stadtplanung und Bauwesen. Dazu gehören nicht nur Stadtplanung und Baugenehmigungen, sondern auch Tiefbau, Kläranlage, Bauhof, Müllabfuhr, Stadtgärtnerei und Friedhöfe. Am 1. August übernimmt Benjamin Novotny das Referat für zunächst sechs Jahre.

Foto: Pressestelle Stadt Schwabach | Ricus Kerckhoff übergibt nach 14 Jahren den Staffelstab.
Zur Person: Als berufsmäßiger Stadtrat leitet Ricus Kerckhoff, geboren 1964, seit 1. August 2012 das Schwabacher Referat für Stadtplanung und Bauwesen und blickt auf eine vielfältige berufliche Laufbahn zurück. Der studierte Architekt begann zunächst mit der Gründung eines eigenen Architekturbüros für private Bauprojekte, bevor er 1998 zur Stadt Neumarkt wechselte. Zur Jahrtausendwende wechselte er dann zu den Rother Nachbarn. Während seiner Amtszeit in Schwabach wurde Kerckhoff insgesamt dreimal gewählt, zuletzt auf eigenen Wunsch nur noch für zwei Jahre. In den Ruhestand verabschiedet sich der erfahrene Amtsleiter aber noch nicht. Nach einer kurzen Pause plant er nach knapp dreißig Jahren die Rückkehr in die Privatwirtschaft, wie er dem Schwabacher Tagblatt verriet.
Der Blick zurück
Die eineinhalb Dekaden, die seit Kerckhoffs Wechsel aus Roth vergangen sind, lassen sich logischerweise nicht in zwei Sätzen zusammenfassen, doch einen roten Faden gibt es: die konsequente Entwicklung und Modernisierung bereits genutzter Flächen. Beispiele dafür sind zahlreich: Auf dem früheren Niehoff-Areal entsteht das Stadtgold, im Gewerbegebiet West und an der Wiesenstraße wurde Platz für Unternehmen geschaffen. Hinzu kamen zahlreiche weniger sichtbare Vorhaben sowie die eben angesprochene Ost-West-Radverbindung samt Hubbrücke. Schwabach habe damit wachsen können, ohne für jedes Projekt neue Flächen zu versiegeln, betont er stolz.
Trotz seines positiven Fazits sieht Kerckhoff natürlich auch Verbesserungspotenzial. Der Dillinghof brauchte einen langen, aus Kerckhoffs Perspektive zu langen, Anlauf. Andere Flächen, etwa an der Lindenbachstraße oder in Verlängerung der Ansbacher Straße, konnten bislang nicht entwickelt, aber immerhin inhaltlich vorbereitet werden. Einen fundamentalen Fehlschlag erkennt er darin nicht.
In Hintergrundgesprächen mit Vertretern aus Fraktionen und Stadtgesellschaft zeigt sich zwar punktuelle Kritik an einzelnen Entscheidungen, aber kein Vorgang, der Kerckhoffs Amtszeit überschattet.
Mehrfach wird er vielmehr als geschätzter Ansprechpartner und Sparringspartner mit offenem Ohr beschrieben. Er übergibt ein Referat, das zahlreiche Veränderungen der Stadt begleitet hat und von vielen geschätzte Projekte, mit denen er sich auch selbst ein Stück weit für lange Zeit im Gesicht Schwabachs verewigt hat.
Kinder ihrer Zeit
Foto: Pressestelle Stadt Schwabach | Ein bisschen Spaß muss sein - Ricus Kerckhoff mit dem historischen Hochrad, kurz vor Eröffnung der Hubbrücke
Ebenso interessant wie die Suche nach dem einen großen Thema ist die Frage, wie sich das Amt in all den Jahren verändert hat. Als Kerckhoff 2012 nach Schwabach wechselte, prägten niedrige Zinsen, eine steigende Nachfrage nach Wohnraum und der Wunsch nach moderatem Einwohnerwachstum viele Debatten. Später rückten Klimaanpassung, Mobilität und Starkregenschutz stärker in den Vordergrund. Heute kommen wirtschaftliche Stagnation und Fachkräftemangel hinzu. Wohnungsbau bleibt wichtig, doch ein Stadtbaurat muss inzwischen deutlich mehr Ziele gleichzeitig ausbalancieren als noch vor fast eineinhalb Jahrzehnten.
Novotny kündigt daher keinen grundlegenden Umbau an. Er finde funktionierende Strukturen, motivierte Amtsleitungen und ein fachlich starkes Team vor. Seine eigene Handschrift müsse sich erst mit der Zeit ausprägen, sagt er. Ein Stadtbaurat übernimmt schließlich laufende Projekte, Stadtratsbeschlüsse, Gesetze und Haushaltsgrenzen. Er schreibt, um bei der Metapher zu bleiben, nicht auf einem leeren Blatt.
Was im Gespräch auffällt: Beide beschreiben das Baureferat als Schnittstelle zwischen Bürgerschaft und Stadtrat sowie als Dienstleister und Partner beider Seiten. Bürger, Bauherren und Unternehmen erwarten Beratung und nachvollziehbare Verfahren. Der Stadtrat braucht belastbare fachliche Grundlagen für politische Entscheidungen. Das Referat muss diese Interessen übersetzen, ohne sich mit einer Seite gemeinzumachen. Partner zu sein bedeutet schließlich nicht, jeden Wunsch erfüllen zu können.
Kommunalpolitisches Engagement gehört bei Novotny zur Familiengeschichte. Seine Mutter Petra Novotny war Bürgermeisterin und Stadträtin. In das mehrstufige Auswahlverfahren war sie nach Angaben der Stadt nicht eingebunden. Benjamin Novotny erhielt anschließend alle 33 gültigen Stimmen und damit einen breiten, fraktionsübergreifenden Vertrauensvorschuss.

Foto: Pressestelle Stadt Schwabach | Benjamin Novotny ist “Der Neue”
Zur Person: Benjamin Novotny, geboren 1987, ist ein echter Schwabacher. Beruflich wechselt er von der Stadt Nürnberg, wo er aktuell als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Planungs- und Baureferenten tätig ist, in sein neues Amt. Von 2020 bis 2023 leitete er die Bauverwaltung der Stadt Windsbach. Zuvor war er, nach dem Architekturstudium an der Technischen Universität München (TUM) und am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), ab 2012 unter anderem als angestellter sowie selbstständiger Architekt in der Schweiz und in Schwabach tätig.
Wie viel Stadt verträgt Schwabach?
Der neue Stadtbaurat startet dadurch nicht nur mit gehörigen Vorschusslorbeeren. An ihm ist es nun auch, die Wachstumsfrage, die Schwabach seit Jahren begleitet, neu zu bewerten und im Doppelpass mit dem Stadtrat zu entwickeln.
Starkes Einwohnerwachstum sei für ihn kein vorrangiges Ziel, sagt Novotny, als er danach gefragt wird. Während Kerckhoffs Amtszeit wuchs Schwabach moderat von rund 39.000 auf knapp 41.000 Einwohner. Eine weitere bedachtvolle Entwicklung nach außen schließt Novotny nicht aus. Rund um die frühere Kaserne und entlang der Ansbacher Straße sieht er Potenzial – allerdings mit geringerer Priorität. Wer dort baut, müsse gleichzeitig Straßen, Kanäle und Kläranlage mitdenken.
Vorrang haben für Novotny Flächen wie das frühere Drei-S-Areal, bei dem es mit der Sparkasse als neuem Ankerpartner nach jahrelangem Stillstand nun weitergehen soll. Es steht exemplarisch für seine bevorzugte Richtung: zunächst Brachen und Konversionsflächen nutzen, bevor Schwabach weiter nach außen wächst.
Dieser Balanceakt ist dabei durchaus multidimensional. Schwabach soll Wohnraum schaffen, aber seinen Charakter als persönliche Kleinstadt nicht verlieren. Es soll wenig neue Fläche versiegeln, muss dafür im Inneren jedoch dichter und teilweise höher bauen. Gerade günstiger und geförderter Wohnraum lässt sich angesichts hoher Grundstückspreise und Abrisskosten häufig nur mit einer entsprechenden Zahl an Wohnungen finanzieren.
Das Stadtgold auf dem früheren Niehoff-Gelände steht wie kein anderes für diesen Konflikt. An der Limbacher Straße entsteht derzeit ein komplettes neues Wohnquartier, das in seiner Wucht und Höhe nicht überall auf Gegenliebe stieß. Rund um Anwohner wie Rudolf Meierhöfer sammelten sich Kritiker, die diese Größe, Baumfällungen und die Wirkung des Quartiers auf die Umgebung anprangerten. Dem kann man eine großflächigere Entsiegelung des zuvor nahezu 100 Prozent versiegelten Geländes, das Schaffen Dutzender bezahlbarer und geförderter Wohnungen und eine Modernisierung des gesamten Quartiers entgegenhalten. Gebäudehöhe kann Platz für Grün schaffen und gleichzeitig die Kleinstadtatmosphäre verändern. Ein Spagat, der sich nicht immer in Kompromissen auflösen lässt, sondern mitunter zu klarer Lagerbildung führt.
Der Stadtbaurat kann diesen Widerspruch daher nicht wegplanen. Er muss ihn erklären, fachlich bewerten und dem Stadtrat eine Entscheidung ermöglichen. Ähnliches gilt für die Wirtschaft: Wohnraum bleibt wichtig, doch Novotny sieht auch bei Gewerbeflächen und Arbeitsplätzen Nachholbedarf. Wo daraus neue Prioritäten entstehen, wird nicht er allein entscheiden, aber sein Referat wird die Grundlagen liefern.
Klima wird zur Bauaufgabe

Foto: Werbe & Stadtgemeinschaft | Auch in der Innenstadt steht mit dem Martin-Luther-Platz ein prägendes Bauvorhaben bevor
Auch die Klimaanpassung ist in Schwabach keine abstrakte Zukunftsfrage. Eine Hochwassermarke an der Spitalkirche erinnert an frühere Überflutungen, Starkregen ließ in den vergangenen Jahren immer wieder Keller volllaufen und Straßen überfluten. Im August 2023 gingen während eines Unwetters mehr als 100 Einsatzmeldungen bei der Integrierten Leitstelle in Schwabach ein. Der Sommer 2026 brachte eine geradezu brutale Hitzewelle nach Franken und Schwabach.
Kerckhoff verweist in diesem Zusammenhang auf Stauraumkanäle und Rückhaltemaßnahmen im Stadtgebiet, etwa beim Goldschlägerhof. Novotny nennt geplante Maßnahmen an Schwachstellen wie der Rosenbergerstraße und die enge Zusammenarbeit von Stadtplanung und Tiefbau. Die Stadt müsse zugleich besser erklären, warum Straßen für solche Arbeiten über längere Zeit gesperrt werden. Nicht jeder Kanalbau kommt einem Investor zugute. Viele Maßnahmen sollen verhindern, dass die nächste Regenfront wieder in Kellern landet.
Wo es möglich ist, bleibt direkte Entsiegelung eines der wirksamsten Mittel. In der historischen Innenstadt stößt sie allerdings an Grenzen. Beim Martin-Luther-Platz sollen deshalb mehrere Ansätze zusammenspielen: mehr Grün, ein Wasserlauf, unterirdische Entsiegelung und eine bessere Speicherung von Regenwasser. Die kommunikative Herausforderung, die Novotny proaktiv anspricht, folgt dem alten Motto “There’s no glory in prevention” [Anm. d. Red.: Englisches Sprichwort. Übersetzt: Im Vorbeugen liegt kein Ruhm]. Nur weil es richtig ist, wird nicht jeder in der Bürgerschaft automatisch zustimmen.
Weniger Fachkräfte, mehr Aufgaben
Der wichtigste Querschnittskonflikt könnte jedoch der Fachkräftemangel werden. Er trifft private Unternehmen ebenso wie die Stadtverwaltung. Betriebe brauchen qualifizierte Beschäftigte, um investieren und wachsen zu können; das Baureferat braucht Fachleute, um diese Investitionen zu prüfen und zu begleiten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Klimaanpassung, Infrastruktur und Kommunikation.
Personalmangel ist keine Chance. Er kann aber dazu zwingen, Abläufe neu zu organisieren. Novotny verbindet das Thema deshalb eng mit Digitalisierung: Routinen sollen einfacher, Bearbeitungsstände transparenter und vorhandene Fachkräfte gezielter eingesetzt werden. Davon profitieren Unternehmen, soziale Wohnungsbauprojekte, private Bauherren und Bürger gleichermaßen.
Gemeinsam mit dem Wirtschaftsreferat laufen bereits konkrete Vorhaben, die den Zugang zur Verwaltung vereinfachen sollen. Auch die neue Wirtschaftsstrategie setzt auf zentrale Ansprechpartner, digitale Angebote und besser abgestimmte Genehmigungswege. Die Idee dahinter: Wer ein Projekt plant, soll schneller erkennen können, welche Unterlagen fehlen, wer zuständig ist und an welcher Stelle das Verfahren gerade steht.
Kerckhoff beschreibt das Ziel mit einem Vergleich aus dem Onlinehandel: Wer einen Bauantrag einreicht, soll künftig ähnlich wie bei einer Paketverfolgung sehen können, wo der Vorgang liegt. Schwabach hat den digitalen Bauantrag bereits Ende 2022 eingeführt. Nun geht es darum, aus einzelnen Angeboten einen durchgängigen und verständlichen Zugang zur Verwaltung zu machen.
Novotny kann sich außerdem KI-gestützte Prüfungen vorstellen, etwa bei Abstandsflächen. Auch der digitale Zwilling könnte stärker genutzt werden. Das auf städtischen Planungsdaten beruhende Modell kann unter anderem Hitze- und Starkregenszenarien simulieren. Die nächste Aufgabe besteht darin, konkrete Anwendungsfälle für Bebauungspläne, Hochwasserschutz und größere Bauvorhaben zu entwickeln.
Kein leerer Schreibtisch
Novotny übernimmt das Stadtgold, den Goldschlägerhof, das Reichswaisenhaus, die Drei-S-Werke, den Martin-Luther-Platz, die Entwicklung von Gewerbeflächen und das Ausbaukonzept für die Kläranlage bis 2045. Welche Aufgabe seine sechsjährige Amtszeit am stärksten prägen wird, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Konjunktur, Baupreise, Förderprogramme, Gesetze und politische Mehrheiten verändern sich oft schneller, als ein Bebauungsplan rechtskräftig wird.
Der Horizont ist trotzdem erkennbar: Novotny muss Wohnungsbau und Wirtschaft, Dichte und Kleinstadtgefühl, Geschwindigkeit und Sorgfalt, Klimaanpassung und Kosten ausbalancieren. Der Fachkräftemangel wirkt dabei auf fast alle anderen Aufgaben ein. Digitalisierung und neue Planungswerkzeuge können helfen, lösen ihn aber nicht von selbst.
Kerckhoffs wichtigster Rat an seinen Nachfolger lautet deshalb, nicht alles selbst machen zu wollen. Im Referat gebe es hervorragende Kolleginnen und Kollegen, auf deren Expertise man hören könne. Ein Stadtbaurat ist weder Alleinarchitekt noch oberster Bauherr der Stadt. Er steht zwischen Bürgern, Unternehmen, Fachämtern und Stadtrat. Seine Aufgabe ist es, aus unterschiedlichen Interessen belastbare Vorschläge zu machen und dafür zu sorgen, dass am Ende nicht nur gebaut, sondern auch verstanden wird, warum. Mit Benjamin Novotny tritt ein Mann dieses Amt an, der sich der Herausforderungen bewusst ist und der den Eindruck vermittelt, sie mit einer ruhigen, aber konsequenten Art bewältigen zu wollen. Ob ihm dies gelingt, werden die nächsten sechs Jahre zeigen.
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Stadtgeschehen - Menschen, Vereine, Organisationen
⚽️ Landesliga-Update
Schon wieder 3:2 - diesmal aber richtig herum. Musste man sich letzte Woche noch mit diesem Ergebnis gegen Bayreuth geschlagen geben, schlug der SVU am Bürgerfestwochenende die Truppe aus Großschwarzenlohe. Auch der SC04 hatte ein schweres Spiel vor der Brust und punktete zu Hause beim 2:2 gegen Münchberg. Nun geht es für die Nullies (#9 - 2 Sp. - 2P.) am heutigen Freitag, 31. Juli, um 19:00 Uhr erneut zu Hause gegen Weisendorf (#11 - 2 Sp. - 2P.). Für die Roten Teufel (#5 - 2 Sp. - 3P.) geht es am 01. August auswärts um 14:00 Uhr gegen den FC aus Münchberg (#10 - 2 Sp. - 2P.).
🤤 Fortsetzung für das Tastival!
Erneut haben Hans Spachmüller und Simon Bodenhausen ein kulinarisches Duett arrangiert. Das 2. Schwabacher Tastival verbindet zwei Küchenabende mit mindestens sechs Gängen, Aperitif, Live-Musik und DJ. Am 19. September geht es für den ersten Abend ins Café Fux. Am 17. Oktober folgt dann der Abend im Gasthaus Spachmüller. Beide Abende beginnen um 18:00 Uhr. Menübeginn ist jeweils um 19:00 Uhr. Die Teilnahme kostet 99 € pro Person, eine (eilige) Reservierung ist erforderlich.
🌘 Sonnenfinsternis über Schwabach
Am Mittwoch, 12. August, schiebt sich der Mond vor die Sonne und sorgt auch über Schwabach für eine partielle Sonnenfinsternis. Zwischen etwa 19:20 Uhr und dem Sonnenuntergang werden in der Region rund 85 bis 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Die stärkste Phase wird gegen 20:15 Uhr erwartet. Ein freier Blick Richtung Westen erhöht die Chancen, das Schauspiel trotz der tief stehenden Sonne zu verfolgen. In die Sonne darf ausschließlich mit einer geprüften Sonnenfinsternisbrille geblickt werden – normale Sonnenbrillen schützen die Augen nicht ausreichend. Für die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland muss man im Übrigen noch etwas Geduld mitbringen. Erst im Jahr 2081 wird das Spektakel zu sehen sein.
⏳ Mehr Zeit für gute Ideen
Wer sich erst spät an den Schwabacher Integrationspreis erinnert hat, bekommt noch eine Chance: Stadt und Integrations-Stiftung verlängern die Bewerbungsfrist vom 31. Juli auf den 15. August. Bei der zehnten Auflage können Einzelpersonen, Initiativen, Vereine, Schulen, Unternehmen und weitere Organisationen vorgeschlagen werden, die sich beruflich oder privat für Integration und ein gutes Zusammenleben einsetzen. Der Preis ist mit 5.000 € dotiert. Die Verlängerung dürfte vor allem kleineren Projekten helfen, deren Engagement oft groß, deren Zeit für Formulare aber eher überschaubar ist. Das Bewerbungsformular stellt die Integrations-Stiftung online bereit.
🏊 Aufs Treppchen geschwommen
Alex Hinkel vom Schwimmverein Schwabach hat bei den Deutschen Masters-Meisterschaften in Gera gleich drei Medaillen in der Altersklasse 30 gewonnen. Über 100 Meter Rücken holte sie in 1:08,25 Minuten den Titel. Dazu kamen zwei Bronzemedaillen über 100 Meter Freistil und 50 Meter Schmetterling. Unter 822 Aktiven setzte Hinkel damit ein deutliches Schwabacher Ausrufezeichen im Becken.
Aus Stadtrat & Verwaltung
🏗️ Baratier sitzt wieder
Nach jahrelanger Planung und Bauarbeiten seit 2023 ist die Boxlohe offiziell eröffnet. Rund um die Franzosenkirche wurden Leitungen, Kanal, Stützwand und Platzoberfläche erneuert; gesägtes Granitpflaster verbessert die Barrierefreiheit, eine unterirdische Rigole kann 12.000 Liter Regenwasser aufnehmen. Mit knapp 2,94 Millionen Euro blieb die Sanierung unter dem Kostenrahmen von 3,2 Millionen Euro. Und für Baratier-Leser fast ebenso wichtig: Die kleine Baratier-Figur sitzt wieder an ihrem angestammten Platz. Entstanden ist so ein neues Kleinod in der Schwabacher Innenstadt.
📊 Post vom Zufallsprinzip
Der Mikrozensus läuft noch bis Ende 2026 und kann auch Schwabacher Haushalte betreffen. Die größte jährliche Haushaltsbefragung Deutschlands sammelt Daten zur wirtschaftlichen und sozialen Lage, die später in politische Entscheidungen etwa zu Wohnen, Kinderbetreuung oder Armutsbekämpfung einfließen. Bis Jahresende schreibt das Bayerische Landesamt für Statistik noch rund 65.000 Personen an. Die Auswahl erfolgt nach einem mathematisch-statistischen Zufallsverfahren; wer ausgewählt wird, ist gesetzlich zur Teilnahme verpflichtet. Antworten sind telefonisch oder online möglich.
🚆 Sommer auf Ersatzschienen
Die Bahn baut die S-Bahn-Stationen zwischen Nürnberg-Sandreuth und Roth barrierefrei aus. Deshalb ist die Strecke vom Nürnberger Hauptbahnhof bis Roth vom 31. Juli bis 19. September gesperrt; betroffen sind auch Schwabach Bahnhof und Schwabach-Limbach. Busse übernehmen den Schienenersatzverkehr, die Regionalzüge Richtung Treuchtlingen und Augsburg fahren planmäßig. Lärmintensive Arbeiten sind vor allem tagsüber vom 02. bis 12. August vorgesehen. Wegen Hitze, Wetter und Bauablauf können allerdings auch nächtliche Arbeiten notwendig werden.
💶 Frisches Geld für die Stadt
Die Stadt nimmt zwei Darlehen über insgesamt 15 Millionen Euro auf und bindet den Zinssatz von 3,75 Prozent bis 2051. Den Zuschlag erhielt die Sparkasse Mittelfranken-Süd, die sich unter acht wertbaren Angeboten durchsetzte. 8,4 Millionen Euro fließen in den Bereich Abwasser, 6,6 Millionen Euro in den allgemeinen Haushalt. Die lange Laufzeit schützt vor steigenden Zinsen, bindet die Stadt aber ebenso lange an die vereinbarten Konditionen. Trotz der neuen Kredite liegt die Pro-Kopf-Verschuldung nach Angaben der Stadt weiterhin unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Städte. Der bisher deutliche Abstand schrumpft durch die neuen Kredite allerdings merklich.
Das Beste kommt zum Schluss
Für alle die das Gefühl haben, dass es nur noch schlechte Nachrichten gibt, wollen wir den Newsletter immer mit einer guten Nachricht enden lassen. In diesem Sinne wünschen wir ein schönes Wochenende und bedanken uns für Deine Zeit!
🌱 Kleine Gärten, große Wirkung

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Kleingärten sind mehr als Lauben, Tomaten und der gelegentliche Streit über den richtigen Heckenschnitt. Größere Anlagen können ihre Umgebung an heißen Tagen um mehrere Grad kühlen, Wasser speichern und Lebensraum für zahlreiche Arten bieten.
Besonders wirksam sind große Bäume, wenig versiegelte Fläche und naturnahe Bewirtschaftung; Mulch schützt den Boden zusätzlich vor dem Austrocknen. Die beste Nachricht: In Schwabach sind wir hier schon gut aufgestellt.
Den guten und ausführlichen Bericht der Tagesschau findet ihr hier.
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