Guten Morgen {{ Vorname | liebe Schwabacherinnen & Schwabacher }},
Du liest die Ausgabe des 26. Juni 2026 und ein wunderbares Wochenende liegt vor uns.
🚀 Während die Temperaturen überall klettern, tun dies auch unsere Abonnentenzahlen. Danke für das Durchbrechen der 700er-Schallmauer!
👶👴 In der Geschichte der Woche widmen wir uns den Vorschlägen der Rentenkommission, ordnen die wichtigsten Reformen verständlich ein und haben mit Schwabacherinnen und Schwabachern über ihre Sicht auf den Generationenvertrag gesprochen. Die Meinungen gehen auseinander, doch eines eint alle: Stillstand ist keine Lösung mehr.
Veranstaltungen & Unterhaltung
In dieser Rubrik findest du eine bunte Auswahl von Veranstaltungen in Schwabach in den kommenden Wochen.
Auf einen Blick - Am Wochenende
🧑🚒Für Feuerwehrnächte – Wenn das Parkbad in buntes Licht getaucht wird, ist wieder Sommernachtsfest der Freiwilligen Feuerwehr Schwabach. Am Freitag, 26. Juni, wartet von 19:00 bis 24:00 Uhr neben Musik und Festbetrieb vor allem die große Lasershow im illuminierten Freibad. Der Eintritt kostet 8 €, Kinder zahlen 4 €.
🍻Für Kirchweihfans – Den Auftakt der Schwabacher Stadtteilkärwas macht von Freitag, 26. Juni, bis Montag, 29. Juni, die Wolkersdorfer Kirchweih. Von Bayernmafia, Festgottesdienst, Schwabacher Blasmusik über Frühschoppn und feierlicher Kärwabaum-Versteigerung ist alles geboten, was Herz, Gaumen und Magen begehren.
👩🎤Für Außergewöhnliches – Am Freitag, 27. Juni, steht im Biergarten des Areal Burgersgarten eine Travestie-Show mit Jessica Ravell & Friends sowie Daniel Johnson auf dem Programm. Beginn ist um 17:00 Uhr, Einlass ab 15:00 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 20 € und an der Tageskasse 23 €.
💃🕺Für Tanzbären – Am Samstag, 27. Juni, lädt das Tanzsportzentrum Schwabach zum „Latin Dancing“ in den Stadtpark ein. Workshops für Salsa, Kizomba und Bachata beginnen ab 13:00 Uhr, ehe von 18:00 bis 22:00 Uhr die „Latin Night“ mit DJ Peter folgt. Der Eintritt ist frei, einfach kommen und mittanzen.
🍷 Für Weinfreunde – Am Samstag, 27. Juni, freut sich AURUM Interior & Wine auf euch und ein Südtiroler Weintasting mit besonderem Twist zum Thema “Tiefenpsychologie”. Beginn ist um 18:30 Uhr. Verkostet werden ausgewählte Sommerweine, begleitet von Antipasti. Die Teilnahme kostet 59 €. Karten sind im AURUM erhältlich.
🔎 Für Schatzsucher – Am Sonntag, 28. Juni, verwandelt sich der Stadtpark ab 10:00 Uhr wieder in einen großen Marktplatz für Kinder. Beim Markt der Kinder des Verkehrsvereins sowie der Werbe- und Stadtgemeinschaft verkaufen und tauschen junge Händlerinnen und Händler ihre Schätze auf dem großen Trempelmarkt.
🎼 Für Stadtparksänger – Die Quartettvereinigung Limbach lädt am Sonntag, 28. Juni, um 16:00 Uhr zum Stadtparksingen.
🎹 Für Klassikfreunde – Die Schwabacher Meisterkonzerte setzen ihre Reihe am Sonntag, 28. Juni, fort. Beginn ist um 19:30 Uhr im Bürgerhaus. Zu hören sind Werke von Gustav Mahler, Alban Berg, Josef Marx und Richard Strauss, interpretiert von Carolina Ulrich und Marcelo Amaral. Tickets kosten 25 €, ermäßigt 5 €.
Auf einen Blick - Kommende Woche
✝️ Für Andächtige – Die Biergartenandacht findet am Dienstag, 30. Juni, um 16:00 Uhr im Biergarten des „Wilhelm Tell“ statt, geleitet von Pfarrer Dr. Paul-Hermann Zellfelder und Christine Biemann-Hubert. Die musikalische Begleitung übernimmt Gerhard Silberhorn am Keyboard.
👨💻Für Unternehmer – In der Business Werkstatt des Gründerzentrums SCHWUNG zeigt Steven Pawlowicz am Mittwoch, 01. Juli, wie Social-Media-Inhalte zu echten Kontakten und Gesprächen führen können. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr im SCHWUNG. Die Teilnahme ist kostenfrei nach Anmeldung möglich.
🎸 Für Bluesfreunde – In der AnnaBar steht am Mittwoch, 01. Juli, wieder „Blues Wednesday“ auf dem Programm. Beginn und weitere Details sind nicht angegeben. Der Abend richtet sich an alle, die zur Wochenmitte nicht nur Kalenderblätter, sondern auch Gitarrensaiten zählen.
🪿Für Afterwork – Die Cafebar Ganz lädt am Freitag, 03. Juli, von 17:00 Uhr bis 22:00 Uhr zu „Ganz Reloaded – Afterwork & Beats“ ein. In der Pfarrgasse gibt es DJ-Musik, Flammkuchen und von 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr eine Aperol Welcome Hour.
🕶️ Für Festivalfeelings – Der Schillerplatz wird am Samstag, 04. Juli, von 16:00 bis 22:00 Uhr erneut zur Open-Air-Bühne. Bei der Summer Edition des Schiller Open Air sorgen Monaggosflo, Chez Marie und Blankenheim gemeinsam mit dem Team der Bar & Eventlocation “dieBank” für elektronische Klänge unter freiem Himmel. Die perfekte Gelegenheit, einen Sommerabend mitten in der Schwabacher Altstadt zu verbringen.
❤️🔥Für Heißblütige – Von Freitag, 03. Juli, bis Sonntag, 05. Juli, bringt das Festival „Ritmos Latinos“ Salsa, Cumbia, Bolero und Bossa Nova in den Innenhof des Alten Deutschen Gymnasiums, Wittelsbacherstraße 1. Seit 2013 gehört die Veranstaltung des Kulturamts zum festen Bestandteil des Kultursommers und verbindet Live-Musik mit lateinamerikanischem Flair unter freiem Himmel. Tickets und das vollständige Programm sind über das Kulturamt erhältlich.
🍺 Für Kärwafeeling – Dietersdorf feiert von Freitag, 03. Juli, bis Montag, 06. Juli, wieder Kärwa, mit Festbetrieb, Musik und einem abwechslungsreichen Programm. Für Stimmung sorgen unter anderem Schabernack, Die Bressdli, Zwei im Sinn und ein Frühschoppen mit Alexandra Schmidt.
Unser Partner der Woche: Restaurant Fabiano
Genießen Sie mediterrane Lebensfreude direkt am Marktplatz in der schönen Altstadt von Schwabach – mit Blick auf das historische Rathaus.
Das Fabiano steht für frische, hochwertige Küche:
frischen Fisch, ausgewählte Fleischgerichte, Pasta, knusprige Pizzen und abwechslungsreiche saisonale Gerichte.
Abgerundet wird das kulinarische Erlebnis durch eine erlesene Auswahl an Weinen, Aperitifs, alkoholfreien Getränken sowie frisch gezapftem Bier.
Ob entspannter Lunch, Dinner mit Freunden oder ein Glas Wein in besonderer Atmosphäre – im Fabiano erleben Sie mediterranen Genuss in stilvollem Ambiente.
Geschichte der Woche - Der Generationenvertrag

Quelle: Baratier, Fotos Privat | Sprachen mit uns über die Rentenreform - OB Peter Reiß (SPD), Krankenschwester Helga Maletz, Schülerin Emilia Landgraf, Ex Vorstandsvorsitzender AWO Mittelfranken-Süd Hartmut Hetzelein, Jens Lindemann als Vertreter der lokalen IG Metall, RIBE-Geschäftsführer Thomas Dann und Bäckermeister und Stadtratsmitglied Gerd Distler (CSU)
Es sind Bilder, die man aus Berlin in den vergangenen Jahren selten gesehen hat. Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas treten gemeinsam vor die Presse und werben geschlossen für eine Reform, die kaum heikler sein könnte: die Zukunft der Rente.
Eine solche Geschlossenheit kennt man in der Schwabacher Kommunalpolitik durchaus. Im Bund war sie zuletzt die Ausnahme. Umso bemerkenswerter ist, dass sich die Bundesregierung nun ausgerechnet an ein Thema wagt, das seit Jahrzehnten als politisches Minenfeld gilt.
Denn eines ist unstrittig: Der demografische Wandel wartet nicht auf die nächste Legislaturperiode. Ein Blick in den aktuellen Demografiebericht für Schwabach macht deutlich, warum. Die Gesellschaft altert kontinuierlich. Gleichzeitig sinkt langfristig der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter. Immer weniger Beitragszahler finanzieren künftig immer mehr Rentner. Genau diese Entwicklung bringt nicht nur das Rentensystem, sondern auch Kommunen, Unternehmen und den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck. Zwar hatte die Regierung bereits vorgelegt - das bereits beschlossene Altersvorsorgedepot soll private Vorsorge einfacher und attraktiver machen und mit der geplanten, aber noch nicht beschlossenen, Frühstart-Rente sollen Kinder schon früh Kapital für das Alter aufbauen können - doch es war klar, dass dies nur vorbereitende Maßnahmen eines großen Wurfs sein dürfen.
Die Reformvorschläge der überwiegend mit Wissenschaftlern besetzten Expertenkommission setzen deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig an. Die wichtigsten Punkte der insgesamt 33 Aspekte haben wir für euch zusammengefasst:

Grafik: Baratier, KI-generiert
„Ganz ohne eigene Vorsorge wird es später schwierig.“
Für Emilia Landgraf liegt der Renteneintritt zwar noch viele Jahrzehnte entfernt. Trotzdem beschäftigt sich die Schülerin bereits mit dem Thema. Neben dem Reformpaket hält sie besonders die geplante Frühstart-Rente für eine gute Idee.
„Ich finde die Idee gut, weil man dadurch schon als Kind etwas für seine Zukunft aufbaut, was zumindest eine geringe Sicherheit bieten kann.“
Ganz auf die Reform verlassen möchte sie sich allerdings nicht.
„Ich finde, dass sie einiges verbessern könnte, aber komplett verlassen würde ich mich darauf nicht. Ich denke, die Reform kann helfen, aber ganz ohne eigene Vorsorge wird es später wahrscheinlich schwierig.“
Eine Einschätzung, die viele Ökonomen teilen dürften: Die gesetzliche Rente wird auch künftig das Fundament bleiben, ergänzt durch betriebliche und private Vorsorge.
„Pflegekräfte brauchen gerechtere Lösungen.“
Wie unterschiedlich Berufe vom Rentensystem betroffen sind, erlebt Helga Maletz seit Jahrzehnten. Mehr als 30 Jahre arbeitete sie als Krankenschwester am Krankenhaus Schwabach, davon 25 Jahre im Sozialdienst. Sie bewertet die Reform grundsätzlich positiv.
„Ich persönlich halte die Reformansätze grundsätzlich für sinnvoll, weil sie die private Vorsorge stärken.“
Gleichzeitig sieht sie eine Schwachstelle.
„Die besonderen Belastungen körperlich anspruchsvoller Berufe – Pflege, Handwerk oder Bau – werden aus meiner Sicht noch nicht ausreichend berücksichtigt. Hier braucht es flexiblere und gerechtere Regelungen beim Renteneintritt.“
Ein Punkt, der sich wie ein roter Faden durch viele Gespräche zieht.
Handwerk zwischen Zustimmung und Realität
Auch Bäckermeister Gerd Distler sieht die Richtung der Reform positiv.
„Ich finde, dass die Rentenreform durchaus wichtig und zukunftsweisend für alle ist.“
Besonders begrüßt er die stärkere private Vorsorge und die Orientierung an der steigenden Lebenserwartung. Gleichzeitig verweist er auf die Realität körperlicher Berufe.
„Bei körperlicher Arbeit oder Schichtarbeit sind viele nach 45 Arbeitsjahren bestimmt am Limit und haben kaum noch die Möglichkeit, länger zu arbeiten.“
Dass das Bäckerhandwerk bereits seit vielen Jahren tariflich eine zusätzliche Altersvorsorge organisiert, sieht er als Vorbild. Außerdem plädiert Distler dafür, langfristig alle Berufsgruppen stärker an der Finanzierung des Rentensystems zu beteiligen.
Unternehmen wünschen sich vor allem Verlässlichkeit
Thomas Dann, Geschäftsführer des Schwabacher Unternehmens RIBE, bewertet das Reformpaket insgesamt als überfälligen, grundsätzlich positiven und wichtigen Schritt .
„Das Paket geht in die richtige Richtung, aber es ist eher ein Einstieg in eine langfristige Reform als die endgültige Lösung.“
Besonders überzeugt ihn der Versuch, gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge stärker miteinander zu verzahnen sowie die Stärkung der kapitalgedeckten Vorsorge. Auch blickt er über die reine Empfehlung der Kommission und betont die Frühstart-Rente als richtiges Signal an die junge Generation. Für Unternehmen gehe es allerdings um mehr als Rentenpolitik. Planungssicherheit sei entscheidend.
„Eine Rentenreform muss einen klaren, berechenbaren Pfad vorgeben – für Beschäftigte wie für Arbeitgeber.“
Sollten Menschen künftig länger arbeiten, müssten Arbeitsplätze gleichzeitig altersgerechter werden. Gesundheitsprävention und lebenslange Qualifizierung würden dadurch noch wichtiger. Vor allem betont Dann aber auch die Rolle eines tragfähigen Rentensystems als Standortfaktor.
“Wenn Deutschland wieder als Land mit verlässlicher, aber finanzierbarer Altersvorsorge wahrgenommen wird, stärkt das die Attraktivität für qualifizierte Zuwanderung und Investitionen.”
Gegenwind bei den Gewerkschaften
Am kritischsten fällt die Bewertung bei der IG Metall aus. Jens Lindemann verweist auf das offizielle Positionierungspapier der Gewerkschaft. Zwar begrüßt er einzelne Empfehlungen der Kommission, insbesondere den Vorschlag, die gesetzliche Rentenversicherung langfristig zu einer Erwerbstätigenversicherung auszubauen.
An anderen Stellen sieht die Gewerkschaft jedoch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Vor allem eine Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren lehnt die IG Metall ab.
„Wer deutlich länger als andere Beiträge gezahlt und zum wirtschaftlichen Erfolg dieses Landes beigetragen hat, muss sich darauf verlassen können, dass diese Lebensleistung auch im Rentensystem anerkannt wird.“
Noch viel harscher bewertet die IG Metall kapitalmarktbasierte Elemente der Reform. Das gesetzliche Rentenniveau dürfe nicht von Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängig werden. Die Alterssicherung müsse solidarisch bleiben.
“Die Aktienrente […] kann toxisch werden. Die IG Metall hat schon einmal den Versuch der FDP verhindert, Roulette mit der Rente zu spielen. Wir werden uns auch einem zweiten Anlauf entgegenstellen
„Für den Zusammenhalt einer Stadt nicht trivial.“
Schwabachs Oberbürgermeister Peter Reiß will das Reformpaket zwar noch nicht abschließend bewerten, betont aber die Ernsthaftigkeit des Reformprozesses.
“Bemerkenswert finde ich, dass in der Grundausrichtung ein sehr einmütig und breit auch bis hin zu Sozialverbänden mitgetragenes Papier vorgelegt wird. Diesen Mut und die Geschlossenheit der Bundesregierung erkenne ich absolut an.”
Entscheidend sei für ihn ein anderer Aspekt. Viele Menschen könnten nach einem langen Berufsleben schlicht nicht mehr. Deshalb müsse die Zahl der Beitragsjahre auch künftig eine Rolle spielen. Gleichzeitig verweist Reiß auf die Bedeutung für die gesamte Stadt.
„Die Rentengeneration der kommenden Jahre will sich auf ihre Rente verlassen können. Junge Berufseinsteiger wollen, dass sie sowohl jetzt als auch in Zukunft etwas von einem Rentensystem haben. Das ist eine Frage, die für den Zusammenhalt einer Stadt nicht trivial ist.“
Eine Reform, die längst überfällig war?
Ähnlich sieht es Hartmut Hetzelein, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der AWO Mittelfranken-Süd. Für ihn kommt die Reform eher spät als früh.
„Diese Reform ist längst überfällig und hätte schon vor 15 Jahren gemacht werden müssen.“
Deshalb sei es nun auch wichtig, dass alle gemeinsam an einem Strang zögen, um den Neuanfang es Systems zu ermöglichen.
“Dass in die Kasse auch Selbständige und Beamte einzahlen sollen wird schon zig Jahre diskutiert. Ich hielte es für richtig! Fakt ist, dass wir alle Einschränkungen auf uns nehmen müssen, um unsere Systeme wieder zu stabilisieren!”
Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit der Generationengerechtigkeit.
„Ich hoffe, dass die Reform auch den jüngeren Generationen langfristig hilft. Sie muss die Interessen beider Generationen ausbalancieren. Dass für die Älteren das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil bleiben soll, finde ich absolut richtig. Die Reform soll auch künftigen Rentnern Sicherheit geben. Eine Ergänzung durch eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente ist ein wichtiger Baustein – hoffentlich nicht wieder so ein Rohrkrepierer wie die Riester-Rente. Für die jüngere Generation müssen nach ersten Umsetzungserfahrungen weitere Reformen folgen!“
Das findet sich im Kommissionspapier dazu
Auffällig ist, dass sich trotz unterschiedlicher politischer Perspektiven erstaunlich viele Gemeinsamkeiten erkennen lassen. Während die meisten Interviewpartner die Grundrichtung der Reform unterstützen, lehnt die IG Metall zentrale Elemente wie die Kapitalrente und die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren ab – wenngleich auch sie einzelne Vorschläge, etwa die Ausweitung zur Erwerbstätigenversicherung, ausdrücklich begrüßt.
Auch im größten Kritikpunkt ist man sich weitestgehend einig, nämlich, dass körperlich belastende Berufe beim Renteneintritt stärker berücksichtigt werden müssen.
Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, in die Begründung der wissenschaftlich arbeitenden Kommission einzusteigen. Die Kommission begründet die Abschaffung der „Rente mit 63" sehr klar, zahlenbasiert und kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis.
Die Daten zeigen jedoch, dass von solchen Regelungen [Anmerkung der Redaktion: gemeint ist die Rente mit 63] vor allem Besserverdienende, Gesündere und Männer profitieren, während Geringverdienende, Personen mit weniger stabilen Erwerbsverläufen und Frauen sie nicht in Anspruch nehmen (können). Die Abschlagsfreiheit führt faktisch zu höheren Renten zu Lasten der Versichertengemeinschaft. Da zudem keine Grenzen bei Hinzuverdienstmöglichkeiten bestehen, besteht ein zusätzlicher ökonomischer Anreiz, die Rente zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu beziehen.
Vereinfacht gesagt: Die Kommission sieht in der Rente mit 63 keine Anerkennung von Lebensleistung, sondern eine Vergünstigung für Personengruppen, für die sie nie gedacht war. Damit adressiert die Reform im Detail genau den Punkt, den Helga Maletz, Gerd Distler und Oberbürgermeister Reiß einfordern, nur über einen anderen Hebel.
An die Stelle der starren Beitragsjahre soll eine gesundheitsbasierte Schutzrente treten: Wer nachweislich nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, soll abschlagsfrei früher gehen können, unabhängig davon, ob er die 45 Jahre voll bekommt. Für die Krankenschwester oder den Bäcker, der „am Limit" ist, wäre das im Prinzip die treffsicherere Lösung. Vorausgesetzt, der Gesetzgeber definiert sauber, was als gesundheitliche Einschränkung gilt. Hier liegt für die Gesetzgebung eine der wichtigsten Aufgaben: Die Kommission warnt selbst, dass unscharfe Begriffe die Regelung entweder ins Leere laufen oder zur Frühverrentung missbraucht werden lassen.
Der Streit dreht sich also weniger um das Ziel als um die Methode. Die IG Metall verteidigt die Beitragsjahre als verlässliches Versprechen an alle, die lange eingezahlt haben. Die Kommission hält dagegen, dass dieses Versprechen in der Praxis tendenziell eben nicht diese Zielgruppen erreicht. Ob die neue Schutzrente die Belasteten tatsächlich besserstellt, lässt sich heute nicht sagen. Es entscheidet sich erst an ihrer konkreten Ausgestaltung im Gesetz.
Festzuhalten bleibt: Während die politische Debatte häufig einzelne Maßnahmen gegeneinander ausspielt, blicken viele Menschen in Schwabach pragmatischer auf das Thema. Sie wissen, dass der demografische Wandel keine Theorie ist, sondern längst stattfindet.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob sich das Rentensystem verändern muss, sondern ob Deutschland und vor allem auch die Deutschen diesmal den Mut haben, eine solche Reform auch tatsächlich umzusetzen.
In eigener Sache
Jeder Newsletter ist mit viel Leidenschaft geschrieben - umso mehr freuen wir uns daher, wenn du diese Leidenschaft teilst. Das geht übrigens ganz einfach: Kopiere einfach den folgenden Link und schicke ihn Freunden und Bekannten per WhatsApp, damit sie sich direkt anmelden können.
👉 Copy and Paste: https://baratier.beehiiv.com/subscribe
Außerdem kannst du aktiv am Newsletter mitwirken und ihn so noch persönlicher und besser machen! Wir freuen uns hierzu über alle Einsendungen zur Stadtgesellschaft, zu Sport, Vereinen, Organisationen, Neuigkeiten, Terminen und Geschichten an [email protected] sowie über dein Feedback in der folgenden Umfrage!
Wie gefällt dir unser Newsletter
Stadtgeschehen - Menschen, Vereine, Organisationen
🏡 Staffelstab statt Stillstand
Nach 26 Jahren an der Spitze des Gartenheims endet eine Ära: Geschäftsführer Georg Steger verabschiedet sich aus seinem Amt und wurde für sein langjähriges Engagement mit der Großen Ehrennadel des Verbands der Bayerischen Wohnungswirtschaft ausgezeichnet. Zum neuen Vorstand wurde Patrick Kühnlein gewählt. Der Wechsel markiert mehr als nur einen Personalwechsel. Das Gartenheim zählt zu den traditionsreichen Wohnungsgenossenschaften des Freistaats und prägt seit Jahrzehnten das Wohnen vieler Schwabacherinnen und Schwabacher. Kontinuität und Generationswechsel müssen sich dabei nicht ausschließen. Auch im Aufsichtsrat gab es Wechsel. Neu dabei sind Renè Ertel und Dr. Maximilian Hetzelein.
🌸 Wildes Saatgut für Balkon und Beet
Wer den eigenen Garten oder Balkon insektenfreundlicher gestalten möchte, kann derzeit in der Stadtbibliothek kostenlos Wildblütensamen mitnehmen. Die Aktion ist Teil der Ausstellung „Naturgarten entdecken“, die noch bis Samstag, 18. Juli, zu sehen ist.
🏥 Neues Kapitel für die AOK
Die AOK verlegt ihre Schwabacher Geschäftsstelle und eröffnet am Montag, 06. Juli, ihre neuen Räume im Apollo-Gebäude in der Alten Rother Straße 2 b. Neben modernen Beratungszimmern stehen dort künftig auch größere Räume für Familien- und Gruppengespräche zur Verfügung. Besucherparkplätze auf dem Gelände sowie ein Aufzug sollen den Zugang erleichtern. An den Öffnungszeiten ändert sich nichts: Versicherte können weiterhin sowohl spontan vorbeikommen als auch vorab einen Termin vereinbaren. Für die Gesundheitskasse ist der Umzug vor allem eine Investition in zeitgemäße Beratung und mehr Vertraulichkeit.
Aus Stadtrat & Verwaltung
🏛️ Kommunen schlagen Alarm
Normalerweise konkurrieren Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach eher um Unternehmen, Fachkräfte oder Fördermittel. Diesmal ziehen ihre Oberbürgermeister jedoch gemeinsam an einem Strang. Anlass ist der bundesweite Aktionstag „Kommunen am Limit“, mit dem Städte und Gemeinden auf ihre angespannte Finanzlage aufmerksam machen.
Die vier Stadtoberhäupter warnen, dass steigende Sozialausgaben, immer neue gesetzliche Aufgaben und ausbleibende finanzielle Ausgleiche die kommunalen Haushalte zunehmend unter Druck setzen. Die Folgen seien bereits heute spürbar: Investitionen in Schulen, Kindertagesstätten, Straßen, den Nahverkehr oder den Wohnungsbau gerieten immer häufiger ins Stocken. Gemeinsam fordern die Städte deshalb kurzfristige Finanzhilfen sowie langfristige Reformen nach dem Grundsatz: Wer neue Aufgaben beschließt, muss auch ihre Finanzierung sichern.
Immobilien-Tipp der Woche
präsentiert von Wartzack & Kollegen
Regelmäßig stellen wir hier bemerkenswerte Immobilien aus Schwabach und Umgebung vor, die durch ein besonders attraktives Angebot oder eine einzigartige Geschichte begeistern.
🏡 Für Kapitalanleger- Langjährige, verlässliche Mieter, gute Lage und ein mehr als vernünftiger Preis. Was will man mehr von einer Geldanlage?
Das Beste kommt zum Schluss
Für alle die das Gefühl haben, dass es nur noch schlechte Nachrichten gibt, wollen wir den Newsletter immer mit einer guten Nachricht enden lassen. In diesem Sinne wünschen wir ein schönes Wochenende und bedanken uns für Deine Zeit!
Meilenstein für den Frauenfußball

Gif by zdf on Giphy
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat ein wegweisendes Urteil zum Mutterschutz im Profifußball gefällt: Der italienische Erstligist Lazio Rom muss seiner ehemaligen Spielerin Maja Göthberg rund 69.000 Euro Schadensersatz zahlen, nachdem der Verein sich nach Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft von einer bereits vereinbarten Vertragsverlängerung distanziert hatte. Besonders bemerkenswert: Der CAS stellte fest, dass auch ohne unterschriebenen Vertrag bereits ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis bestanden haben kann. Zudem rügte das Gericht die Weitergabe der vertraulichen Information über Göthbergs Schwangerschaft.
Die Spielergewerkschaft FIFPRO spricht von einem Präzedenzfall, der den Mutterschutz im internationalen Frauenfußball nachhaltig stärken könnte. Wer sich für die Hintergründe und die juristische Einordnung interessiert, dem sei der ausführliche Bericht der Sportschau empfohlen. Dort wird anschaulich erklärt, warum das Urteil weit über den Einzelfall hinaus Bedeutung für Spielerinnen und Vereine haben dürfte.
🫶 Danke, dass Du und {{active_subscriber_count}} Abonnenten sich heute die Zeit genommen haben, uns zu lesen!
Dein Baratier-Newsletter Team



