Guten Morgen {{ Vorname | liebe Schwabacherinnen & Schwabacher }},
Du liest die Ausgabe des 23. Januar 2026 und ein wunderbares Wochenende liegt vor uns.
🟠 In der Geschichte der Woche erweitern wir unsere Portrait-Serie der demokratischen OB-Kandidatinnen und -Kandidaten mit Alexander Schmidt, FREIE WÄHLER.
🎉 Außerdem läuft das neue Jahr weiterhin direkt auf vollen Touren und bietet, nicht nur aufgrund der Faschingszeit, zahlreiche Events und Veranstaltungen für jeden Geschmack.
Veranstaltungen & Unterhaltung
In dieser Rubrik findest du eine bunte Auswahl von Veranstaltungen in Schwabach in den kommenden Wochen.
Auf einen Blick - Am Wochenende
🔴 Für Singende – Am Freitag, 23. Januar, lädt die SPD im Rahmen ihrer Kulturtage zu einem Mitsing-Abend mit „6aufKraut“ ein. Beginn ist um 19:30 Uhr in der Casa Fontana. Begleitet am Piano und angeleitet von Vorsängerinnen und Vorsängern können Lieder von Volkslied bis Pop gemeinsam gesungen werden, die Texte werden projiziert. Tickets ab 15 €.
🟢 Für Kultur – Am Samstag, 24. Januar, verleihen die Schwabacher Grünen bereits zum 30. Mal ihren renommierten “Kulturmeter”. Beginn ist um 20:00 Uhr im Bürgerhaus Schwabach. Ausgezeichnet werden der Kabarettist und Autor Bernd Regenauer sowie mit dem Sondermeter Klaus Neunhoeffer, musikalisch begleitet von Klaus Peschik. Der Eintritt ist frei, im Anschluss ist ein gemeinsamer Umtrunk vorgesehen.
🧑🧑🧒 Für junge Eltern – Am Samstag, 24. Januar, lädt der Kindergarten Wunderland zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr besteht Gelegenheit, die Räumlichkeiten kennenzulernen und Einblicke in den pädagogischen Alltag zu erhalten. Die Veranstaltung findet direkt im Kindergarten in Schwabach statt. Der Besuch ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
🏀 Für Jugendliche – Am Samstag, 24. Januar, ab 19:30 Uhr lädt der Stadtjugendring zum kostenlosen Sportangebot Sports@Night in die Halle über dem Hallenbad ein. Dank ehrenamtlich Mitarbeitenden steht die Halle für verschiedene Sportarten wie Parkour, Fußball oder Basketball offen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
🍺 Für winterliche Kerwafreuden – Am Samstag, 24. Januar, findet die Dietersdorfer Winterkerwa statt. Beginn ist um 20:00 Uhr im Dietersdorfer Kärwastodl. Angeboten werden unter anderem Glühwein, Bier, Kinderpunsch und Bratwurstsemmeln. Der Eintritt ist für alle Altersklassen möglich, Besucherinnen und Besucher unter 18 Jahren benötigen einen Muttizettel.
🪩 Für Nostalgiker – Am Samstag, 24. Januar, stehen im Beny’s „The Sound of 90’s and 2000’s“ auf dem Programm. Beginn ist ab 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
🥳 Für kleine Faschingsfans – Am Sonntag, 25. Januar, laden die Schwabanesen zum Kinderfasching ein. Beginn ist um 14:00 Uhr im Markgrafensaal. Gezeigt werden Tänze der Garden und Solistinnen und Solisten, ergänzt durch einfache Mitmachtänze für Kinder und Erwachsene. Tickets gibt es für 8,40 € p.P. hier.
Auf einen Blick - Kommende Woche
📋 Für Vorsorgende – Am Mittwoch, 28. Januar, veranstaltet die CSU einen öffentlichen Informationsvortrag unter dem Titel „Vorsorge mit Verfügungen – für Jetzt und Später“. Beginn ist um 18:30 Uhr, das Ende ist gegen 20:00 Uhr vorgesehen. Der Vortrag findet im Schießhaus in Schwabach statt. Referentin ist Sabine Broßmann, der Eintritt ist frei.
📰 Für Politikinteressierte – Am Donnerstag, 29. Januar, lädt das Schwabacher Tagblatt zu einem OB-Diskurs ein. Beginn ist um 19:00 Uhr, der Einlass erfolgt ab 18:30 Uhr. Die Veranstaltung findet im Markgrafensaal in Schwabach statt. Der Eintritt ist frei, aufgrund begrenzter Plätze ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich.
🎭 Für Theaterfreunde – Von Freitag, 30. Januar, bis Dienstag, 03. Februar, zeigt das Theatrum-Mundi-Ensemble die Bühnenfassung „Der Frosch mit der Peitsche“ nach Edgar-Wallace-Romanen. Beginn ist jeweils um 19:30 Uhr. Gespielt wird in der Gaststätte Döllinger in Schaftnach. Karten gibt es noch, sie kosten im Vorverkauf 22 € beziehungsweise 19 € ermäßigt, an der Abendkasse 25 € beziehungsweise 22 €.
🎸 Für Nostalgiker – Am Freitag, 30. Januar, gastieren die Evergreen Heroes mit einem Konzertabend in der Schmiede. Beginn ist um 19:00 Uhr. Geboten sind Klassiker aus der Pop- und Rock-Geschichte.
🦁 Für Interessierte – Am Samstag, 31. Januar, findet der Neujahrsempfang der CSU Schwabach mit Ministerpräsident Markus Söder statt. Beginn ist um 10:00 Uhr. Veranstaltungsort ist der Markgrafensaal in Schwabach. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.
💃🕺 Für Tanzbärchen – Am Samstag, 31. Januar, findet in der Tanzschule Bogner ein Kinderfasching für Kinder von drei bis neun Jahren statt. Einlass ist ab 13:00 Uhr, gefeiert wird von 13:30 Uhr bis 15:30 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 € für Kinder und 7 € für Erwachsene.
🥳 Für echte Jecken – Am Samstag, 31. Januar, steht im Areal Burgersgarten ein Kölscher Abend mit Musik aus dem Rheinland und Kölschem Flaschenbier auf dem Programm. Beginn ist um 20:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
🍺 Für Probierfreudige – Am Samstag, 31. Januar, lädt Beny’s zum „End of Dry January“ zu einer Bierverkostung ein. Beginn ist um 17:00 Uhr. Der Preis beträgt 22,50 € pro Person, enthalten sind fünf Biere, eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.
🪴 Für Kräuterhexen und -hexer – Am Sonntag, 01. Februar, veranstaltet der Kneipp-Verein Schwabach das Jahreskreisfest „Kräuter zur Wintermitte“. Beginn ist um 18:00 Uhr, die Dauer beträgt etwa 1,5 Stunden. Der Abend findet im Gemeindehaus Limbach in Schwabach statt. Die Teilnahme kostet 15 € für Mitglieder und 18 € für Nichtmitglieder, zuzüglich etwa 5 € Materialkosten, eine Anmeldung ist erforderlich.
🎠 Für kleine Faschingsfans – Am Sonntag, 01. Februar, laden die Schwabanesen zum Kinderfasching ein. Beginn ist um 14:00 Uhr im Markgrafensaal. Gezeigt werden Tänze der Garden und Solistinnen und Solisten, ergänzt durch einfache Mitmachtänze für Kinder und Erwachsene. Die wenigen zum Redaktionsschluss noch verbliebenen Tickets gibt es für 8,40 € p.P. hier.
Unser Partner der Woche:
Decker Holzmanufaktur
Handwerkskunst hinter jedem Brett - Das Team von Decker Holzmanufaktur sind die Experten für hochwertige Böden, Decken- und Wandverkleidungen. Jedes einzelne Stück ist ein Werk der Liebe. Es durchläuft eine akribische Reise, die von 10 bis 14 geschickten Händen geleitet wird. Dieser bewusste Prozess ist ein Beleg für unermüdliches Engagement, das sicherstellt, dass jedes Produkt mit einer Sinfonie von unvergleichlicher Qualität erklingt. Es ist nicht einfach nur eine Kreation; es ist eine Äußerung unserer Leidenschaft, unserer Hingabe und der harmonischen Zusammenarbeit von Handwerkern, die sich der Herstellung von Exzellenz in jedem Detail verschrieben haben.
Geschichte der Woche - Der Zwanglose

Foto: FREIE WÄHLER | OB-Kandidat Alexander Schmidt
Insgesamt vier Kandidaten und eine Kandidatin wollen in diesem Jahr ins Schwabacher Rathaus einziehen. Amtsinhaber Peter Reiß (SPD), Axel Rötschke (CSU), Nadine Neumann (Grüne), Sebastian Meyer (AfD, in Bayern rechtsextremistischer Verdachtsfall) sowie der Kandidat der FREIEN WÄHLER: Alexander Schmidt. Mit ihm wollen sie in wenigen Wochen den großen Coup schaffen und erstmals einen amtierenden OB aus dem Schwabacher Rathaus werfen. Doch wer ist Alexander Schmidt, wofür stehen er und was unterscheidet die FREIEN WÄHLER von den anderen Parteien der Wahl?
Vita - Ein erfahrener Verwaltungsmann
Alexander Schmidt wird 1975 geboren und wächst zunächst im benachbarten Ansbach auf, bevor er sich bereits früh für eine Verwaltungslaufbahn entscheidet. 1991 beginnt er eine Verwaltungsausbildung, die er 1993 abschließt.
Doch Schmidt will mehr. Nach einigen Jahren Berufspraxis folgen das Fachabitur und der Zivildienst, bevor er von 1998 bis 2000 an der Fachhochschule für Verwaltung und Recht in Hof das Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) absolvierte. Im Anschluss an den neu erworbenen Abschluss zieht es ihn erneut zurück nach Mittelfranken, wo er 2000 eine Stelle in der Verwaltung des Bezirks antritt. Auch dies ist ihm noch nicht genug. Berufsbegleitend - zwischendrin wechselt er auf Dienstposten in Einrichtungen des Bezirks - studiert er zunächst bis 2007 Verwaltungsbetriebswirtschaft und schließt 2012 an der FAU als Master of Arts (M.A.) in Organisations- und Personalentwicklung an.
Dabei arbeitet er sich hoch und übernimmt als dritte Station in einer Bezirkseinrichtung 2017 als Direktor die Leitung des Berufsbildungswerks des Bezirks Mittelfranken. Diese Bildungseinrichtung ist eine von 51 Einrichtungen in ganz Deutschland, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf widmet. Das BBW in Mittelfranken ist dabei auf die Spektren Hören, Sprache und Lernen fokussiert. Rund 160 Pädagoginnen, Pädagogen und rehaspezifische Fachkräfte ermöglichen den Jugendlichen in 32 unterschiedlichen Ausbildungsberufen den Start in ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben.
Auch privat findet Schmidt zu dieser Zeit eine neue Heimat - hier in Schwabach. Seit 2016 wohnt und lebt er in der Goldschlägerstadt, wo er seine freie Zeit gerne mit Musik, Kochen und dem Besuch von Museen und Kinofilmen verbringt.
Luna-Kino, Stadtmuseum und lokale Köstlichkeiten scheinen dabei große Überzeugungskraft geleistet zu haben, denn Schmidt bekennt sich in seiner Kandidatur prominent dazu, wie sehr er sich mittlerweile hier zu Hause fühlt und wie sehr die Stadtkultur ihn zu seiner Kandidatur motiviert hat:
“Ich liebe die Eisdielen, den Käseladen in Limbach, das Bürgerfest, das lebendige Mit- und Füreinander, das Stadtmuseum […]. Ich kandidiere […], weil ich meiner neuen Heimat etwas zurückgeben möchte. Es gibt in Schwabach so viel, für das man sich engagieren kann und der Stadtrat spielt in vielen Themen eine große Rolle, stellt Weichen für die Zukunft von uns allen.”
Der Politiker - Auf der anderen Seite des Tisches
Politisch gesehen ist Alexander Schmidt in Schwabach bisher jedoch ein unbeschriebenes Blatt und wechselt erstmals die Seiten von Verwaltung zu Politik. Anders als Rötschke, Neumann und natürlich auch Reiß war der 50-Jährige bisher nicht Mitglied des Schwabacher Stadtrats und ist auch darüber hinaus nicht in prägender Rolle im vorpolitischen Raum oder der Partei aktiv gewesen.
Schmidt an dieser Stelle eine Gelegenheitskandidatur oder gar ein Lückenbüßertum nach dem Rückzug des lange Jahre prägenden Dr. Markus Hoffmann vorzuwerfen, der unter anderem 2020 als OB-Kandidat für die FW ins Rennen ging, verfehlt aber den Kern der Sache. Es drängt sich eher der Eindruck auf, Schmidt scheint seine Aufgabe gefunden zu haben. Der kandidiert nicht nur für den OB-Posten, sondern auch regulär für die Stadtratsliste. Auf Platz 1 der Liste wird es daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für einen Sitz im Stadtrat reichen, wenn die FREIEN WÄHLER wie seit 2002 unbeeindruckt von wechselnden Landes- und Bundestrends wieder bei circa 9% landen sollten - selbst, wenn die neue Konkurrenz von weit rechts außen ggf. auch hier Prozente kosten wird.
Darüber hinaus ist Schmidt Schriftführer der Kreisvereinigung. Die Kreisvereinigung ist organisatorisch in die FREIE WÄHLER Bayern eingebunden und damit Teil der bundesweit agierenden Partei FREIE WÄHLER. Sie fungiert als verbindendes Element zwischen den ausschließlich kommunal tätigen Wählergruppen vor Ort und der politischen Arbeit auf Landes- und Bundesebene. Über eine Mitgliedschaft in der Kreis- und Landesvereinigung erhalten Mitglieder der kommunalen Wählergruppen die Möglichkeit, für den Bayerischen Landtag oder den Deutschen Bundestag zu kandidieren und zugleich an der inhaltlichen Ausrichtung der FREIEN WÄHLER über die kommunale Ebene hinaus mitzuwirken.
Gleichzeitig ist er nun auch 1. Vorstand des FREIEN WÄHLER Schwabach e.V., in dem die Partei ihre kommunale Interessenvertretung bündelt. Die FREIEN WÄHLER Schwabach gehen in ihrer Geschichte bis ins Jahr 1951 zurück. Damals trat die Wählervereinigung erstmals unter dem Namen „Neutraler Block“ in Erscheinung. Zu Beginn umfasste sie 35, später 48 parteilose Unterstützerinnen und Unterstützer, die sich an der Vorbereitung der Stadtratswahl 1952 beteiligten oder entsprechende Kandidaturen unterstützten. Seit 1980 besteht der Neutrale Block als eingetragener Verein. Im Jahr 1985 erfolgte die Umbenennung in FREIE WÄHLER – Neutraler Block e. V. Schwabach (FW-NB).
In dieser Tradition sieht Schmidt auch seine Kandidatur.
Ich kandidiere für die FREIEN WÄHLER, weil aus der Tradition des Neutralen Blocks Offenheit und Vernunft schwerer wiegen als Ideologie. Und weil ich dort sagen kann, wenn ich für oder gegen etwas bin, auch wenn es vielleicht nicht allen gefällt.
Wofür und wogegen Schmidt dabei ist, wird in den Angaben zu seiner Kandidatur allerdings nicht spezifisch. Er wolle “die Aufgaben und Ausgaben der Stadt kritisch hinterfragen, die Digitalisierung voranbringen ohne jemand [sic!] auszuschließen, die Wirtschaft bei ihrer Entwicklung unterstützen und das Miteinander fördern”.
Genau wie bei den vorangegangenen Kandidatinnen und Kandidaten empfehlen wir für ein konkreteres Bild von Schmidts Zielen das persönliche Gespräch an einem der kommenden Info-Stände sowie die Lektüre unseres ebenfalls immer folgenden Formats “Fünf kurze Fragen”.

Foto: Ulrich Kleinöder, THW Schwabach | FREIE WÄHLER auf Besuch beim THW - Alex Kleinöder (THW Schwabach), Dr. Markus Hoffmann, Alexander Schmidt, Bruno Humpenöder, Detlef Paul und Richard Garhammer
Fünf kurze Fragen
Baratier: Lieber Alexander, du bist als einziger der vier demokratischen Kandidaten bisher weder Mitglied im Stadtrat, noch hast du einem anderen Gremium angehört. Welche Vor- und Nachteile siehst du persönlich in diesem Umstand?
Alexander Schmidt: Die Vorteile liegen aus meiner Sicht zum einen darin, dass ich als Neuling mit dem Blick von außen in eine Situation komme. Das ist eine Chance - für mich und für das System, das besteht und sich doch auch neu konstituiert. Vorteil für mich persönlich ist, dass mir kommunale Gremien und deren Aufgaben nicht fremd sind und ich sehr früh mit den Themen und Regeln in Berührung gekommen bin. Zumal bin ich ehrenamtlich in etlichen Vereinen, zum Teil auch in verantwortlicher Funktion tätig. Ebenso positiv für mich als Neuling aus meiner Sicht ist, dass es bei uns FREIEN WÄHLERN keinen Fraktionszwang gibt. Nachteilig für mich ist aus meiner Sicht, dass ich für Viele der „Neue“ bin und mich als Neuer rasch in viele Themen einfinden muss, z. B. in laufende nichtöffentliche Themen. Das ist mir jedoch nicht fremd.
Baratier: Als eines deiner politischen Ziele nennst du „die Aufgaben und Ausgaben der Stadt kritisch hinterfragen“. Siehst du konkrete Anlässe oder Punkte, bei denen die Stadt bzw. Verwaltung in der letzten Wahlperiode deiner Meinung nach ihren Aufgabenbereich zu stark ausgeweitet und/oder zu viel Geld ausgegeben hat?
Alexander Schmidt: Aufgaben und Ausgaben einer Kommune stehen untrennbar miteinander in Verbindung und dass die Kommunalfinanzen in den nächsten Jahren ein schwieriges Thema werden, ist zu erwarten. Ein Beispiel: Es besteht in Schwabach erheblicher Sanierungsbedarf an Schulbauten, das ist seit längerer Zeit bekannt. Was ist die Idee der bisher Verantwortlichen das anzugehen? Was heißt das für die übrigen Aufgaben, insbesondere im Bereich der freiwilligen Aufgaben? Etwas kritisch zu hinterfragen, ist für mich etwas Notwendiges, gerade wenn man neu ist. Darum spreche ich es offen an.
Baratier: Auch die Digitalisierung liegt dir sehr am Herzen. Du bist seit fast 30 Jahren im öffentlichen Dienst tätig und siehst somit täglich, wo es noch hakt. Welches Projekt zur Digitalisierung möchtest du in Schwabach konkret anpacken?
Alexander Schmidt: Die Digitalisierung im öffentlichen Bereich ist eine riesige Aufgabe, gerade in den Kommunen, denn dort gibt es den meisten Austausch zwischen Bürgern und der Verwaltung als Dienstleistungserbringer. Sie bietet große Chancen, birgt aber auch Risiken, z. B. den Ausschluss von wenig digital Erfahrenen, von Menschen mit Beeinträchtigungen oder Zugangshemmnissen und natürlich auch derer, die wegen fehlender technischer Zugangsmöglichkeiten nicht teilhaben können. Das anzugehen, ist mir ein Anliegen. Aus dem Grund habe ich mich im Jahr 24/25 im Projekt „Schwabach - digital für alle“ im Haus der Begegnungen engagiert und stehe noch in Kontakt. Was ich konkret anpacken möchte: Die Erleichterung der Prozesse an der Schnittstelle Bürger-Verwaltung. Erst kürzlich bei der Eingabe der Wahlunterlagen war es erforderlich, Daten mehrfach einzugeben, diese Formulare auszudrucken und so an die Stadtverwaltung zu übergeben, die nun ihrerseits die Daten händisch in die IT übernehmen muss. Hier sehe ich viel Potential für alle auf Entlastung und Qualitätssteigerung, ohne dass es mehr kostet.
Baratier: Trotz deines privat-beruflichen Hintergrunds spielen die Themen Bildung und Inklusion in den bisher von euch veröffentlichten Meldungen keine Rolle. Woran liegt das?
Alexander Schmidt: Bei dem, was ich tue, suche ich weniger nach Aufmerksamkeit oder einer Bühne, als dass ich versuche, etwas zu durchdringen, etwas beizutragen oder zu erreichen. Für mich ist Inklusion, dass alle Menschen teilhaben können. Das gilt im Miteinander im öffentlichen Raum und für die digitale Welt. Ich versuche stets, offen zu sein für die Bedürfnisse möglichst vieler Personengruppen und im Austausch zu lernen. Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, nicht für Betroffene zu entscheiden, ohne zu fragen, was sie brauchen und wie sie es machen würden und größtmögliches Mitspracherecht einzuräumen. Betroffene einzuladen sich zu äußern, zu beteiligen ist Inklusion, denn Betroffene wissen es für sich am besten. Dabei gilt: jeder Mensch ist einzigartig. Ein Beispiel: aktuell bin ich mit Inklusionsthemen an zwei Schulen in Schwabach befasst. Es geht in beiden Fällen um Inklusion im Schulalltag, nicht um die Frage von Aufzügen, oder Rampen. Es geht um Fragen, ob Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen im Sinne der Inklusion teilhaben können und ihre Chancengleichheit wirklich im Blick ist? Darum, ob alle Beteiligten diese Chancengleichheit durch den Ausgleich von spezifischen Nachteilen verwirklichen? Würde man solche laufenden Themen, die gleichzeitig Lernfeld am Einzelfall und Nagelprobe des Systems sind, in die Öffentlichkeit tragen, würde das nichts und für niemanden etwas verbessern. Wenn etwas geschafft ist, oder eine Entscheidung dazu vorliegt, dann kann es gerne in die Öffentlichkeit. Und nun ein positives Beispiel zum Thema Inklusion in Schwabach: Ich habe mich über das inklusive Angebot „Zündeln an den Strukturen“ bei der letzten Lesart gefreut und es gerne besucht. Es ging um die Situation von Menschen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten - für Werkstattlohn und auf dem sogenannten „zweiten Arbeitsmarkt“. Als Nichtmandatsträger wird man nicht namentlich begrüßt und kann und muss die Bühne nicht entern - das ist absolut fein für mich. Gefreut hat mich, dass dieses Lesart-Angebot in der Presse thematisiert wurde. Und zur Frage „Bildung“ hier abschließend ein Beispiel: die räumliche Situation im Schulzentrum Mitte ist aktuell - gerade auch wegen der dortigen Baumaßnahmen - schwierig. Dazu habe ich Gespräche geführt, dazu habe mich informiert und auch Fragen gestellt. Auch hier gilt für mich: Skandalisieren, öffentlich laufende Klärungen zu attackieren, hilft niemand weiter. Sondern verursacht viel Zeitaufwand, Frust, Widerstand, verhärtet Fronten und verhindert am Ende möglichst schnelle und tragfähige Lösungen.
Baratier: Seit Kurzem ist klar, dass auch in Schwabach eine AfD-Liste mit OB-Kandidaten an den Start gehen wird. Die AfD Bayern wird vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet und sicherheitsbehördlich als extremistische bzw. extremistisch beeinflusste Organisation geführt. Unabhängig davon, ob du die Wahl zum Oberbürgermeister gewinnst oder „nur“ als Mitglied in den Stadtrat einziehst – wirst du aktiv mit der voraussichtlich im Stadtrat vertretenen blauen Fraktion zusammenarbeiten?
Alexander Schmidt: Aktiv mit der AfD zusammenarbeiten? Das ist schwer vorstellbar für mich, denn die Werte und Themen teile ich nicht. Ich stehe für Liberalität, Inklusion und Vielfalt. Ich glaube fest daran, dass unser Staat und unsere Rechtsordnung so ausgestaltet sind und unsere Gesellschaft so funktioniert, dass Recht gewährleistet ist. Und dass Anstand, Vernunft und das Miteinander die Mehrheit darstellen, dass das „Wir“ gewinnt. Manche Entwicklungen und die Stimmung im Land und weltweit machen mir Sorge. Es liegt an uns allen, zu schätzen, was gelingt, was schön und gut ist, zufrieden zu sein, mit dem, was wir haben dürfen. Und dabei gleichzeitig Entwicklungschancen zu suchen und zu nutzen. Und es gilt weiterhin: alles, das nicht verboten ist, ist erlaubt. Das muss man manchmal aushalten, auch wenn es schwer ist. Dass ich nicht mit einem schlichten „NEIN“ antworte, hat damit zu tun, dass ich nichts verspreche, was ich nicht halten kann. Angenommen ein für Schwabach wichtiges Thema würde von der AfD anstatt von anderer Stelle in vernünftiger Weise zum Wohle Schwabachs eingebracht. Das Wohl Schwabachs wäre mir auch bei dieser Entscheidung wichtiger.
👉 Unser Fazit: Alexander Schmidt hat als einer von fünf Kandidaten vermutlich nur Außenseiterchancen auf das Amt des OB. Doch durch das erstmalige Antreten der AfD kommt es bezüglich der verschiedenen Kooperationsmodelle im Stadtrat an sich mehr denn je auf Schmidt und seine Mannschaft an. Gelingt ihm als Gallionsfigur der „freien Liste“ erneut ein starkes Ergebnis zwischen 8–10 %, gar mehr oder setzt die Bürgerschaft in neuer Situation auf andere Parteien? Dies wird eine der spannendsten politischen Fragen der kommenden Wochen.
👇 Hier finden sich alle Kandidaten-Interviews:
Axel Rötschke (CSU) - #15 - Der Herausforderer
Peter Reiß (SPD) - #25 - Der Amtsinhaber
Nadine Neumann (Grüne) - #33 - Die Erste
Disclaimer: Der Autor ist Mitglied in der CSU und kandidiert selbst auf #24 der CSU. Wir haben alle demokratischen OB-Kandidatinnen und OB-Kandidaten im Portrait beleuchtet, zum Kurzinterview eingeladen und dabei eine neutrale Distanz bewahrt.
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Stadtgeschehen - Menschen, Vereine, Organisationen
⛪️ St.-Elisabeth in neuer Hand
Die katholische Gemeinde St. Sebald in Schwabach hat ihre frühere St.-Elisabeth-Kirche in Penzendorf nach einer umfassenden Renovierung an die rumänisch-orthodoxe Kirche übergeben. Bei einer gemeinsamen Andacht übergaben Stadtpfarrer Wolfgang Hörl und der rumänisch-orthodoxe Pfarrer Marius Tăut das Gotteshaus, das bereits 2025 per Erbpacht übertragen worden war. Künftig trägt die Kirche den Doppelnamen St. Elisabeth und St. Calinic und dient der rund 2000 Mitglieder zählenden rumänisch-orthodoxen Gemeinde in Schwabach als neue geistliche Heimat.
Aus Stadtrat & Verwaltung
👩⚕️👨⚕️ Änderungen im Landespflegegeld
Ab 2026 gibt es in der Pflege einige Änderungen, die genaueres Hinsehen lohnen. Gekürzt wird das bayerische Landespflegegeld, das ab 2026 nur noch 500 € pro Jahr beträgt; die volle Summe von 1.000 € wird letztmals für 2025 ausgezahlt. Neu ist außerdem, dass Prävention in der häuslichen Pflege verbindlicher wird und Pflegekräfte aktiv über passende Kurse informieren müssen, auch online. Bei der Verhinderungspflege sind rückwirkende Erstattungen künftig zeitlich stärker begrenzt. Gleichzeitig erhalten Pflegefachkräfte mehr Eigenständigkeit, etwa bei bestimmten medizinischen Aufgaben wie der Wundversorgung.
🇩🇪🌎 Bewerbungsstart für bayerischen Integrationspreis
Der Bayerische Integrationspreis 2026 steht unter dem Leitthema „Sprache schafft Heimat – Integration leben“. Vergeben wird die Auszeichnung gemeinsam vom Bayerischen Landtag, dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration sowie vom Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung. Geehrt werden Projekte und Institutionen, die sich in besonderer Weise für den Erwerb und die praktische Anwendung der deutschen Sprache durch zugewanderte Menschen engagieren. Bewerben können sich bis zum 5. Februar 2026 Einzelpersonen, Vereine und Institutionen, die sich in Bayern nicht kommerziell für Sprachförderung im Integrationskontext einsetzen. Der Preis ist mit insgesamt 9.000 Euro dotiert; das Preisgeld ist zweckgebunden zu verwenden. Die Verleihung ist derzeit für den 4. Mai im Bayerischen Landtag vorgesehen.
🍼 Willkommensgeschenk für kleine Mitbürger
In Schwabach erhalten Eltern von Neugeborenen seit Kurzem ein Willkommensgeschenk: Mulltücher aus fair gehandelter Biobaumwolle mit dem Slogan „Schwabach, ich bin fairliebt in dich“. Die Aktion soll junge Familien begrüßen und zugleich für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sensibilisieren. Die Tücher werden unter fairen Bedingungen in Südindien hergestellt. Schwabach ist seit 2015 Fairtrade-Stadt; die Idee orientiert sich an einem ähnlichen Modell aus Nürnberg.
🪑 Gremien nehmen Arbeit wieder auf
Nach der sitzungsfreien Zeit nimmt der Stadtrat Schwabach wieder seine reguläre Arbeit auf. Auch die Ausschüsse kommen erneut zusammen, um aktuelle Themen und Vorlagen zu beraten. Termine und Tagesordnungen werden wie gewohnt transparent im Ratsinformationssystem der Stadt veröffentlicht.
🔌 Stadtwerke senken Strompreise 👏
Ab dem 1. Februar 2026 senken die Stadtwerke Schwabach den Strompreis um 1,49 Cent brutto pro kWh, was für einen durchschnittlichen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch eine Ersparnis von rund 52 Euro pro Jahr bedeutet. Möglich wird dies durch günstige Beschaffung und gesunkene Netzentgelte; zugleich bleiben die Erdgaspreise 2026 trotz steigender CO₂-Abgabe stabil, neue Abschläge werden automatisch mit der Jahresendabrechnung mitgeteilt.
Offene Stellen in Schwabach
Auf der Suche nach etwas Neuem? Dann findest Du hier vielleicht genau das richtige für dich und Deinen nächsten Karriereschritt!
📭 KBR - u.a. Elektrotechniker in Vollzeit
📭 Memmert - u.a. Teamleiter/in Elektronikfertigung in Vollzeit
📭 Niehoff - u.a. Werksstudent/in Teilefertigung
📭 rankk - u.a. Ausbildung E-Commerce-Kaufleuten
📭 Strauch Personalmanagement - u.a. Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt
Auch eine Stelle offen? Dann einfach unter [email protected] melden!
Immobilien-Tipp der Woche
Regelmäßig stellen wir hier bemerkenswerte Immobilien aus Schwabach und Umgebung vor, die durch ein besonders attraktives Angebot oder eine einzigartige Geschichte begeistern.
🏡 Vorsorgen fürs Alter - jetzt schon an morgen denken, dank unseres Immo-Partners Wartzack & Kollegen. Die 52m2 samt Wintergarten bieten einen zentral gelegenen, lichtdurchfluteten Alterswohnsitz mit Versorgung durch die Johanniter.
Das Beste kommt zum Schluss
Für alle die das Gefühl haben, dass es nur noch schlechte Nachrichten gibt, wollen wir den Newsletter immer mit einer guten Nachricht enden lassen. In diesem Sinne wünschen wir ein schönes Wochenende und bedanken uns für Deine Zeit!
Bleifrei - auch außerhalb des Dry January

Giphy
Seit dem 12. Januar 2026 dürfen in Deutschland keine Trinkwasserleitungen oder Rohrteile aus Blei mehr in Betrieb sein, weil das Schwermetall gesundheitlich problematisch ist, insbesondere für Kleinkinder und Schwangere.
Eigentümerinnen und Eigentümer sind verpflichtet, bestehende Bleileitungen in Gebäuden entweder zu ersetzen oder stillzulegen, damit das Leitungswasser bis zum Wasserhahn bleifrei bleibt. Diese Änderung resultiert aus der novellierten Trinkwasserverordnung, die damit die Versorgung mit sicherem Trinkwasser weiter verbessert.
👉 Nicht jede Regel ist überflüssig. Hier wird sich von einem Relikt ganz alter Zeiten verabschiedet, zum Guten von möglicherweise unwissenden Mieterinnen und Mietern.
🫶 Danke, dass Du und {{active_subscriber_count}} Abonnenten sich heute die Zeit genommen haben, uns zu lesen!
Dein Baratier-Newsletter Team



