Guten Morgen {{ Vorname | liebe Schwabacherinnen & Schwabacher }},
Du liest die Ausgabe des 10. April 2026 und ein wunderbares Wochenende liegt vor uns.
🙏 Zu Ostern gab es ein paar neue Abonnentinnen und Abonnenten im Körbchen. Danke an mittlerweile über 600 regelmäßig Mitlesende! Um eine besondere Zahl geht es auch in unserer Geschichte der Woche: 75 Jahre Niehoff! Wir stellen uns die Frage, was das Unternehmen so erfolgreich macht.
📅 Außerdem endlich wieder ein prall gefüllter Kalender mit Kunst, Kultur und Rock ‘n’ Roll!
Veranstaltungen & Unterhaltung
In dieser Rubrik findest du eine bunte Auswahl von Veranstaltungen in Schwabach in den kommenden Wochen.
Auf einen Blick - Am Wochenende
👩🎨 Für Kunstfans - Der Künstlerbund Schwabach startet mit seiner nächsten Ausstellung. Monika Ritter präsentiert „Querung“ in einer Vernissage am Freitag, 10. April., um 19 Uhr. Die folgende Ausstellung läuft in der Städtischen Galerie vom 11. April bis zum 17. Mai. Der Eintritt ist wie immer frei. Gezeigt werden Skulpturen und Zeichnungen aus vielen Jahren bildhauerischer Tätigkeit.
🍺 Für Braufreunde - Am Freitag, 10. April, um 19:00 Uhr lädt der Brauverein Schwabach wieder zu seinem Stammtisch. Der Grill heizt schon so langsam vor und auch Nicht-Mitglieder sind als Gäste herzlich willkommen. Um eine kurze Anmeldung wird gebeten.
🤤 Für Genießer - In rund drei Stunden einmal durch Schwabachs Genüsse. Am Samstag, 11. April, führt der Rundgang ab 11:00 Uhr von den Rathausarkaden über Cafés, Wohnzimmer und Handwerkshäuser und ermöglicht einen echten Blick hinter die Kulissen verschiedener angebotener Köstlichkeiten. Tickets gibt es ab 35€. Interessierte melden sich bitte per Email oder telefonisch (0151 70050405) bei Claudia Rauh.
🍺 Für Biergartengeher - ENDLICH ist es soweit: die Biergartensaison startet. Am Samstag, 11. April, um 11:00 Uhr öffnet das Areal Burgersgarten wieder seine Pforten. Offiziell angezapft wird um 17:00 Uhr durch Bezirkstagspräsident Peter-Daniel Forster (CSU).
🎸 Für Rockfans – Am Samstag, 11. April, steigt das Konzertformat „Rock im Casa" mit insgesamt sieben Bands und Smokestack Lightning als Headliner. Einlass ist ab 16:30 Uhr. Veranstaltungsort ist die Casa Event in der Berlichingenstraße 10 in Schwabach. Tickets sind im Vorverkauf über Eventim zu ca. 24 € erhältlich.
🖌️ Für Party - Der Frühling kommt und mit ihm das nächste Schiller Open Air. Am Samstag, 11. April, sorgen Monaggosflo, ChezMarie, Blankenheim und Catharine von 16:00 Uhr bis 22:00 Uhr für das richtige Spring-Feeling.
Auf einen Blick - Kommende Woche
🗳️ Für Demokratieinteressierte - Der „Salon für Grundsatzfragen“ widmet sich dem Thema „Wie demokratisch ist unsere politische Kultur?“ und bringt Wissenschaft und Journalismus ins Gespräch. Am Mittwoch, 15. April, von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr diskutieren Prof. Simon Bein und Michael Husarek im Haus der Begegnungen in Schwabach. Im Anschluss ist ein offener Austausch vorgesehen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.
🪩 Für Feierabend - Am Donnerstag, 16. April, geht es im Stern wieder zum gemeinsamen Afterwork. Ab 20:00 Uhr legt dann auch DJ Matt Krees auf. Der Eintritt ist wie immer frei.
🔴⚪️ Für Franken – Die Frankenbänd bringt fränkische Liedermacherei zwischen Humor und Alltagsbeobachtung auf die Bühne. Am Donnerstag, 16. April, um 20:00 Uhr spielt die Band im Gaswerk. Das Programm bewegt sich musikalisch zwischen bekannten Motiven aus Nürnberg und der Region. Tickets kosten 23 €.
🍸 Für Nachtschwärmer – DJ Toni legt Melodic House und Progressive House auf und eröffnet damit die Terrassensaison in der Unfassbar. Am Freitag, 17. April, ab 19:00 Uhr startet ihr so entspannt in das Wochenende.
🎭 Für Theaterfreunde - „Außer Kontrolle“, eine Komödie von Ray Cooney über Liebe, Lügen und unerwartete Wendungen, steht am Freitag, 17. April, um 19:00 Uhr auf dem Spielplan von “Das andere Theater”. Gespielt wird im Blauen Theater des Adam-Kraft-Gymnasiums . Regie führt Kurt Preinl. Weitere Aufführungen folgen am Freitag, 18. April, Donnerstag, 24. April, und Freitag, 25. April, jeweils um 19:00 Uhr, Tickets kosten 15 € (ermäßigt 12 €).
🍀 Für Pflanzenkundige – Der Kneipp-Verein lädt zur „Grünen Stunde“ und zu einer geführten Pflanzenexkursion mit Kräuterpädagogin Katja Lerch ein. Am Sonntag, 19. April, von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr startet die Führung am Wanderparkplatz in der Brünst. Teilnehmende erhalten Einblicke in heimische Pflanzen und deren Verwendung. Die Teilnahme kostet 15 € für Mitglieder und 20 € für Nichtmitglieder, Anmeldung per E-Mail erforderlich.
Unser Partner der Woche:
Wartzack & Kollegen
Schwabacher Immobilienkompetenz seit 1997 - Der Verkauf oder Kauf einer Immobilie ist alles andere als eine alltägliche Angelegenheit. Umso wichtiger ist es daher, dass alles reibungslos abläuft und Sie letztlich mit einem positiven Gefühl Ihre Unterschrift unter den Vertrag setzen können. Wir von Wartzack & Kollegen begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg - mit dem notwendigen Fachwissen, aber auch mit jeder Menge Einfühlungsvermögen sowie mit Serviceleistungen, die individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Geschichte der Woche - Das Modell Niehoff

Foto: Niehoff | Der markante Hauptsitz des Unternehmens im Schwabacher Osten
Das große Festzelt steht bereits vor dem Hauptgebäude, die Gäste reisen aus allen Teilen der Welt an, ein Unternehmen feiert sich und seine Geschichte. Das 75. Firmenjubiläum. Es ist ein Bild, wie es der deutsche Mittelstand liebt: international vernetzt, lokal verankert, technisch präzise, wirtschaftlich erfolgreich. Ein Modell, das sich über Jahrzehnte bewährt hat. Nur: Genau dieses Modell „Deutscher Mittelstand“ steht gerade zur Disposition.
Denn während hier der Festakt vorbereitet wird, verschiebt sich der industrielle Wettbewerb mit einer Geschwindigkeit, die von vielen lange unterschätzt wurde. Die deutsche Industrie wirkt nervös, der Maschinenbau – neben Chemie und Auto die dritte Bastion der deutschen Wirtschaft – tastet sich durch ein Umfeld, das von Unsicherheit geprägt ist.
Man spricht in Branchenverbänden und Wirtschaftsinstituten von einer „gedämpften Stimmung“ in der Industrie, von vorsichtigen Erwartungen, von fehlender Dynamik. Etwas derber ausgedrückt könnte man auch sagen: Polykrise, leere Kassen, miese Stimmung und jetzt auch noch der Krieg im Iran. Und doch gibt es Unternehmen, die sich dieser Diagnose nicht ganz fügen.
Niehoff ist auch im 75. Jahr seines Bestehens eine dieser Ausnahmen.

Zum Unternehmen: Die Maschinenfabrik Niehoff aus Schwabach ist ein international tätiger Maschinenbauer und zählt zu den führenden Anbietern von Anlagen zur Draht- und Kabelverarbeitung. Rund 1.300 Mitarbeitende erwirtschaften etwa 430 Millionen Euro Umsatz bei einer Exportquote von 97 Prozent. Das Unternehmen betreibt weltweit mehrere Produktions- und Servicestandorte. Die Eigentümerstruktur ist unter anderem über eine Stiftung langfristig angelegt. Geführt wird das Unternehmen von Elena Graf, Bern Lohmüller und Ralf Kappertz, der als Vorsitzender der Geschäftsführung fungiert.
Unsichtbar, doch unverzichtbar
Wer in Schwabach ist, der kennt den Namen: Niehoff. Deutlich weniger wissen jedoch, was das Unternehmen eigentlich produziert. Es sind Maschinen, die kaum jemand sieht und die doch an entscheidenden Stellen wirken. Draht, Kabel, Infrastruktur: Wer den Umbau der Energieversorgung, die Entwicklung des E-Autos und den Ausbau von Datencentern ernst nimmt, landet früher oder später bei genau dieser Art von Technologie. Nicht spektakulär, nicht sichtbar, aber unverzichtbar. Ein relevanter Teil der weltweiten Kabel beinhaltet Drähte, die von Niehoff-Maschinen ‘gezogen’ wurden. Einfach erklärt: Die Maschinen von Niehoff machen aus dicken Metallstangen, meist Kupfer, teils kaum messbar dünne Fäden mit teils hochspezifischen Anforderungen.
Das erklärt, warum das Geschäft weniger von kurzfristigen Hypes lebt als von langfristigen Investitionszyklen. Das Bild, das viele andere Mittelständler derzeit zeichnen, sieht weniger rosig aus. Laut KfW wachsen Umsätze, wenn überhaupt, moderat, während steigende Kosten die Spielräume verengen und Investitionen zurückgestellt werden.
Im Maschinenbau selbst ist die Lage unwesentlich stabiler. Der VDMA berichtet von rückläufiger Produktion und einer Branche, die sich zunehmend schwertut, ihre Position zu halten. In diesem Umfeld wirkt Niehoff wie ein Gegenentwurf. Nicht spektakulär anders, aber offenkundig stabiler, als es die Umgebung erwarten lässt. Die Entwicklung des Unternehmens wirkt, als habe sie sich von den üblichen Ausschlägen im Maschinenbau und der deutschen Exportwirtschaft völlig entkoppelt.

Grafik: Baratier via Claude
Der lange Atem als Prinzip
Ein möglicher Grund für den Erfolg ist das für den deutschen Mittelstand ungewöhnliche Unternehmenskonstrukt. Niehoff ist zu 100 % im Familien- und Stiftungsbesitz, wobei die Stiftung ca. 64% der Anteile hält. Stiftungszweck ist die „Förderung des kulturellen Lebens in der Stadt Schwabach, Erhaltung und Pflege von Kriegsgräbern und Förderung sowohl begabter junger Menschen als auch qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses.“
Ein Auftrag, der nicht nur wichtig für den Standort ist, sondern auch dafür sorgt, dass das Unternehmen selbst vor Ort von hochausgebildetem und kompetentem Personal profitieren kann. Eine Entscheidung der Inhaberfamilie, die dennoch weniger operative Wirkung entfaltet als kulturelle. Sie verschiebt den Zeithorizont. Weg von Quartalen, hin zu Jahrzehnten. Das unterscheidet Niehoff von vielen anderen Unternehmen, die sich stärker am kurzfristigen Markt orientieren müssen. Es ist ein Vorteil. Und gleichzeitig ein Privileg, das sich nicht beliebig übertragen lässt. Denn Langfristigkeit setzt voraus, dass das Geschäftsmodell trägt. Und dass es nicht zu schnell infrage gestellt wird.
Dieser langfristige Ansatz spiegelt sich auch an der Spitze des Unternehmens wider. Bereits seit 2018 steht mit Ralf Kappertz ein familienfremder, aber mittelstandserfahrener Manager an der Spitze des Unternehmens. Mit seinen knapp 2 Metern Körpergröße und einer vom fröhlichen Aachener Dialekt eingefärbten Bass-Stimme sorgt er nicht nur rein physisch für eine gewisse Gravitas. In seine Amtszeit fällt keine radikale Neuausrichtung, kein strategischer Bruch im Portfolio, sondern eine Reihe von Entscheidungen, die sich eher unter einem anderen Begriff fassen lassen: Verstetigung. Oder wie Kappertz sagt “Culture eats strategy for breakfast”.

Foto: VDKM / Kappertz
Zur Person: Geborener Aachener und beruflich an verschiedenen Stationen in Deutschland tätig, ist Ralf Kappertz seit 2018 CEO der Maschinenfabrik NIEHOFF GmbH Co. KG.
Zuvor war er unter anderem Geschäftsführer der Blohm Jung GmbH und von 2002 bis 2012 Geschäftsführer der Busch Produktions GmbH.
Er ist zudem stellvertretender Präsident des VDKM, Verband der Draht- und Kabelmaschinenhersteller e. V.
Dabei darf man nicht den Fehler machen, diese ausgestrahlte Ruhe mit Gleichmut oder Zögerlichkeit zu verwechseln. Seit dem Antritt Kappertz’ hat Niehoff sein Geschäft bei gleichzeitig stabilen Margen nahezu verdoppelt. Dieses Wachstum verdankt Niehoff einer ausgesprochenen Investitions- und Entscheidungsfreude der gesamten Geschäftsführung, der er vorsteht.
Dazu zählt insbesondere auch die Internationalisierung des Unternehmens. Acht Produktionsstandorte weltweit, dazu Serviceniederlassungen in den relevanten Märkten. Es ist ein Netzwerk, das auf Nähe setzt, nicht auf Verlagerung. Die Produktion bleibt dort, wo sie sinnvoll ist, nicht dort, wo sie kurzfristig am günstigsten erscheint. Das zeigen nicht zuletzt die massiven Investitionen an den beiden deutschen Standorten, darunter dem Hauptsitz in Schwabach, an dem aktuell erneut ausgebaut wird.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten: 97 Prozent Exportquote bedeuten maximale Integration in den Weltmarkt. Wer so aufgestellt ist, kann sich dessen Dynamiken nicht entziehen, egal, wie stabil die eigene Struktur wirkt. Wer nahezu vollständig für den Weltmarkt produziert, lebt nicht von Stabilität, sondern von seiner Fähigkeit, mit Instabilität umzugehen. Dass Niehoff das kann, hat es in der Vergangenheit untermauert. Ob es so bleibt, muss das Unternehmen noch zeigen.
Das Modell Niehoff
Die vergangenen Jahre haben zudem bewiesen, wie schnell Stabilität relativ wird. Lieferketten geraten unter Druck, Märkte verschieben sich, politische Risiken werden wirtschaftlich relevant. Für ein Unternehmen, das fast vollständig außerhalb des Heimatmarktes agiert, ist das kein akademisches Gedankenspiel, sondern tagesaktuelle Realität.
Während sich viele Unternehmen in dieser Situation zunehmend in die Arme des Staates flüchten, Subventionen oder Protektionismus fordern, fällt die Antwort bei Niehoff auffallend pragmatisch aus. Keine großen strategischen Schwenks, keine öffentlich inszenierten Transformationen. Stattdessen: Anpassung, Weiterentwicklung, technologische Präzision.
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom
„Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ ist einer der Sprüche, den man dazu von Ralf Kappertz häufig hört. Was flapsig klingt, symbolisiert doch eigentlich recht gut die Kultur des Schwabacher Maschinenbauers. Man fokussiert sich auf sich selbst und ein bestmögliches Produkt- und Serviceangebot für den Kunden. Seit 2017 hat das Unternehmen 17 Patente angemeldet und unter anderem in China und Brasilien seine Produktionskapazitäten ausgeweitet, um Produkte auf die dortigen Gegebenheiten anzupassen und setzt damit auf klassische Tugenden der hiesigen Wirtschaft.
Champion wider Willen
Die Diskussion über eben jenen deutschen Mittelstand bewegt sich derzeit zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite das Bild des Rückstands: zu langsam, zu zögerlich, zu wenig digital. Auf der anderen Seite die Erzählung vom resilienten Rückgrat der Wirtschaft. Beides stimmt, und beides greift zu kurz.
Kappertz schwenkt auf keines dieser Narrative ein. Zum einen kritisiert er auch öffentlich zu langsame Vergabeverfahren, zu wenig Digitalisierung in Wirtschaft und Verwaltung sowie zu langsame Gesetzgebungsverfahren. Dabei scheut er sich auch nicht vor klarer Wortwahl. Als Generalsekretär Martin Huber von der CSU bei einer Veranstaltung in Schwabach jüngst erklärte, dass bidirektionales Laden und lokale, von Unternehmen betriebene Energiespeicher für ihn keine zwingenden Zukunftsmodelle seien, legte Kappertz, Diplom-Ingenieur des Maschinenbaus aus der deutschen Kaderschmiede der RWTH Aachen, die Argumentation des Politikers in wenigen Sätzen charmant, aber deutlich auseinander. Es gäbe keine Standardlösung für jedes Unternehmen und jede Branche, aber wo eine technische Möglichkeit sei, brauche es nur einen politischen Willen.
Gleichzeitig verwehrt er sich dem national verbreiteten Politik- oder Regulierungs-Bashing. Gerne verweist er bei solchen Gelegenheiten auf die Tatsache, dass zwar in anderen Ländern sehr viel schneller gebaut werden könne, die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Umwelt für Mensch, Tier und Natur aber eben auch völlig ignoriert werden. Auch könne man sich in Deutschland meist auf gegebene Zusagen verlassen. Dies sei nicht immer so. Meist schiebt er dann laut lachend hinterher, dass die Genehmigung für ein beleuchtetes Firmenschild an der Fabrik im Allgäu gerne trotzdem schneller gehen dürfte als der Bau des Werks in Indien.
Auch merkt man ihm an, dass die Arbeit für Niehoff und die dahinterstehende Stiftung mehr ist als ein Lippenbekenntnis. Dies spiegelt sich nicht nur in seinem privaten Pendelweg von rund 600 km wider, denn die Familie lebt weiter in Norddeutschland. Vielmehr ist Kappertz ein steter und konsequenter Verfechter von Investitionen in Bildung vor Ort und der Bedeutung von Wissen für den Standort Deutschland. „Wir haben in diesem Land einige der klügsten Köpfe der Welt. Wir sollten anfangen, das stärker zu würdigen und sie nicht durch stetigen Pessimismus und die Ignoranz ihres Potenzials vergraulen“, betont er im Gespräch und verweist dabei unter anderem auf die technologischen Wegbereiter in und um OpenAI, die zu einem bemerkenswerten Teil aus Deutschland stammen.
Drachen im Paradies?
Was bleibt, ist die Frage, wie belastbar dieses „Modell Niehoff“ ist. Stabilität, zum Beispiel durch das Stiftungsmodell, kann ein Vorteil sein, solange sich das Umfeld nicht schneller verändert als die eigene Struktur. Sie kann aber auch zur Schwäche werden, wenn Anpassung zu spät kommt. Die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, welche dieser Lesarten trägt und ob Niehoff Tempo, Innovation und technologischen Vorsprung halten kann.
So beklagen sich viele der in China tätigen Maschinenbauer nicht nur über wachsende Staatsförderung der lokalen Player, das klassische Playbook der KP zur Eroberung internationaler Märkte im System der „zwei Wirtschaftskreisläufe“, sondern auch über Know-how-Diebstahl, Patentverletzungen und mehr. Niehoff hingegen spricht bisher von positiven Entwicklungen und einer Produktion “In China, for China”. Trotzdem zeigen aktuelle Zahlen, wie weit China sowohl Deutschland als auch den USA im weltweiten Handel mit Maschinen mittlerweile enteilt ist.

Grafik: Baratier, Quelle: VDMA nach Nationalen Statistikämtern, Eurostat, UNIDO und VDMA.
Weit enteilt: 2010 noch halbwegs in Schlagweite, ist China Deutschland im Maschinenbau heute im Volumen des Geschäfts schon weit enteilt.
Andererseits sind die Maschinen von Niehoff sicherlich nicht so im Auge der Öffentlichkeit wie zum Beispiel jene von Trumpf Laser oder ASML, aber nicht minder wichtig für die Resilienz der westlichen Wirtschaft. Kabel sind nicht nur im übertragenen Sinne die Leiter der Technologien von morgen. Das schützt, auch ohne gesetzlichen Protektionismus. Die drei genannten Unternehmen sind aufgrund dieser speziellen Anforderungen nur bedingt 1:1 Vorbilder für jeden europäischen und deutschen Maschinenbauer und doch zeigen sie, welcher Erfolg noch immer mit einem absoluten Fokus auf Innovation und den Spezialmaschinenbau erzielt werden kann - und das in jeder Unternehmensgröße.
Fragt man Kappertz entsprechend nach dem Weg, den das Unternehmen die nächsten 25 Jahre bis zum 100. Jubiläum zurücklegen muss, um erfolgreich zu bleiben, lacht er nur und bittet um eine Kristallkugel, in die er blicken könne. Keiner könne die Zukunft vorhersagen, sagt er, aber durch das Stiftungskonstrukt, den hohen Forschungs- und Entwicklungsfokus und ein starkes Team seien aus seiner Perspektive die Weichen dafür gestellt, dass er – dann als Gast – zum 100. Jubiläum kommen könne.
Für Schwabach bleibt auf jeden Fall zu hoffen, dass er Recht hat. Nicht nur, weil das Ergebnis des Unternehmens satte Gewerbesteuereinnahmen in die Kassen der Stadt spült. Vielmehr, weil Niehoff und sein dreiköpfiges Führungsgremium mit ihrem Glauben an den Standort, der Macher-Mentalität und hohen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells ein Vorbild für die Erneuerung und Transformation unseres Landes sein können - vielleicht auch sein müssen. Davor darf man aber auch einmal innehalten und den Moment genießen, gerade, wenn es sich um ein so schönes Jubiläum handelt.
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Stadtgeschehen - Menschen, Vereine, Organisationen
⚽️ Landesliga-Update
Ecke, Distler, Tor - das sehenswerte, zwischenzeitliche 2:0 per direkt verwandelter Ecke von Xaver Distler passte zum Sahnetag des SVU. Mit 4:0 wurde der Tabellenletzte aus Röslau ansatzlos nach Hause geschickt. Auch der SC04 erwischte einen guten Tag und erkämpfte auswärts ein 0:1 gegen Buckenhofen. Die gute Form der letzten Spiele können die Nullies (#5 - 28 Sp. - 45P) direkt mitnehmen, wenn es am Freitag, 10. März, um 19:00 Uhr zuhause gegen Quelle Fürth (#7 - 28 Sp. - 41P) geht. Die Roten Teufel (#8 - 28 Sp. - 40P) müssen hingegen am Samstag, den 11. März, um 18:00 Uhr auswärts bei der formstarken Spielvereinigung aus Mögeldorf (#6 - 28 Sp. - 44P) ran.
⚽️ Bayerischer Totopokal - Qualifikation
Passend zur kommenden Paarung in der Landesliga bezwang der SVU in der 2. Qualifikationsrunde des Totopokals die Quelle aus Fürth mit 4:3 in der sprichwörtlich allerletzten Minute. Lukas Frauenknecht erzielte den entscheidenden Treffer in der 91. Spielminute.
👩⚕️ Neuer Pflegedienst in Schwabach
Zum 1. April 2026 startet mit Nobis Care im Betreuten Wohnen Nobispark ein neuer ambulanter Pflegedienst, der professionelle Pflege, medizinische Behandlung und Alltagsunterstützung aus einer Hand anbietet. Das Angebot richtet sich sowohl an die Bewohner vor Ort als auch an Menschen im gesamten Stadtgebiet und reagiert auf steigenden Pflegebedarf sowie zunehmende Versorgungslücken. Neben Grund- und Behandlungspflege umfasst das Angebot auch Unterstützung im Alltag sowie Beratung und Entlastung für pflegende Angehörige. Ziel ist es, Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen und gleichzeitig Familien spürbar zu entlasten.
🚀 IdeenPitch im SCHWUNG
Volles Haus, kurze Pitches und direktes Feedback: Beim IdeenPitch von BayStartUP im Gründerzentrum SCHWUNG präsentierten zehn Gründerinnen und Gründer ihre Geschäftsideen in kompakten Drei-Minuten-Formaten. Das Format bot Raum für Austausch, Vernetzung und unmittelbares Feedback aus einem Publikum aus Unternehmern, Investoren und Vertretern aus Politik und Stadtgesellschaft. Thematisch reichte die Bandbreite von Künstlicher Intelligenz und Robotik über digitale Gesundheitslösungen bis hin zu Plattformen für Nachbarschaftshilfe und Spenden.

Foto: Schwung - Theresa Wetz, Geschäftsführerin SCHWUNG, beim
Aus Stadtrat & Verwaltung
♻️ 10 Jahre Fairtrade-Stadt
Seit einer Dekade trägt Schwabach den Titel Fairtrade-Stadt. Zu diesem Anlass wird am Samstag, 18. April, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr auf dem Marktplatz mit einem vielfältigen Programm gefeiert.
🏫 Neue Mensa für Realschule und Karl-Dehm-Schule
Für das Schulzentrum West ist eine umfassende Modernisierung geplant: Die Hermann-Stamm-Realschule soll generalsaniert und durch einen Neubau erweitert werden, dessen Kern eine gemeinsame Mensa für Realschule und Karl-Dehm-Schule bildet. Vorgesehen ist ein dreigeschossiger Bau mit Mensa und Lehrküche im Erdgeschoss sowie neuen Klassen- und Ganztagsräumen in den oberen Etagen, während der Bestand parallel modernisiert und energetisch verbessert wird. Mit weit über 40 Millionen Euro wird das Projekt zum wohl teuersten Einzelobjekt der Schwabacher Stadtgeschichte, auch wenn circa zwei Drittel aus Förderungen bestritten werden sollen. Mit einer konkreten Umsetzung ist vermutlich aber erst zu Beginn der 30er Jahre zu rechnen.
🅿️ Neue Jahresparkberechtigung
Ab dem 1. Juli kann erstmals die Jahresparkberechtigung+ erworben werden, die neben Großparkplätzen auch das Parken in der Tiefgarage Königsplatz ermöglicht. Die Berechtigung gilt ein Jahr ab Kauf, kostet 600 Euro, bietet aber keine Stellplatzgarantie. In der Tiefgarage ist zudem die Anmeldung eines Kennzeichens erforderlich, die Kontrolle erfolgt über ein neues Erfassungssystem. Verkauft wird sie im Bürgerbüro, wobei maximal 50 Berechtigungen verfügbar sind, weitere Interessierte werden auf eine Warteliste gesetzt.
📅 Neue Gremientermine
Es tagen wie folgt: Donnerstag, 16. April, 16:00 Uhr Jugendhilfeausschuss - Montag, 20. April, 16:00 Uhr Bildungs- und Kulturausschuss - Dienstag, 21. April, 16:00 Uhr Planungs- und Bauausschuss - Mittwoch, 22. April, 16:00 Uhr Ausschuss für Jugend, Soziales und Senioren - Dienstag, 28. April, 16:00 Uhr Hauptausschuss - Donnerstag, 30. April, 16:00 Uhr Stadtrat - Freitag, 8. Mai, 16:00 Uhr Konstituierende Sitzung des Stadtrates - Dienstag, 19. Mai, 16:00 Uhr Hauptausschuss - Freitag, 22. Mai, 16:00 Uhr Stadtrat
Offene Stellen in Schwabach
Auf der Suche nach etwas Neuem? Dann findest Du hier vielleicht genau das richtige für dich und Deinen nächsten Karriereschritt!
📭 be+ - Sales Manager (m/w/d) in Vollzeit
📭 kraeftig - u.A. Mediengestalter (m/w/d) in Vollzeit
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Auch eine Stelle offen? Dann einfach unter [email protected] melden!
Das Beste kommt zum Schluss
Für alle die das Gefühl haben, dass es nur noch schlechte Nachrichten gibt, wollen wir den Newsletter immer mit einer guten Nachricht enden lassen. In diesem Sinne wünschen wir ein schönes Wochenende und bedanken uns für Deine Zeit!
40.000 Mal Weltoffenheit, Neugierde und Freiheit

Giphy
Manchmal kommen gute Nachrichten auf Schienen: Die EU verlost erneut 40.000 kostenlose Interrail-Tickets an 18-Jährige und schickt damit junge Menschen quer durch Europa. 7.000 dieser Tickets gehen nach Deutschland. Im Rahmen des Programms „DiscoverEU“ können die Gewinnerinnen und Gewinner bis zu 30 Tage lang mit dem Zug reisen, andere Kulturen kennenlernen und den Kontinent auf eigene Faust entdecken.
Die Teilnahme läuft über ein Bewerbungsverfahren. Ergänzt wird das Angebot bei Bedarf durch zusätzliche Unterstützung. Eine dieser seltenen Maßnahmen, die nicht nur angekündigt werden, sondern tatsächlich Bewegung im besten Sinne ermöglichen und so bei vielen Jugendlichen in Europa für ein Verständnis dessen sorgt, wofür die EU im innersten steht: einen gemeinsamen, freundschaftlich verbundenen und kulturell reichen Vielvölkerbund.
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